Bildung: Regierung hat viel versprochen, fast alles gebrochen!
Wir erinnern uns: Mit groĂem Getöse ist die Regierung unter Werner Faymann und Michael Spindelegger 2013 angetreten und hat zusammen mit Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek als einen Schwerpunkt eine Bildungsreform angekĂŒndigt. Inzwischen sind fast drei Jahre vergangen, die genannten Hauptakteure und die Hauptaketeurin sind Geschichte und von der im Regierungsprogramm angekĂŒndigten Bildungsreform ist wenig zu sehen: Von den 23 MaĂnahmen sind zwei ĂŒberwiegend, neun teilweise und 12 nicht umgesetzt.
Am 17. November verkĂŒndeten Ex-Ministerin Heinisch-Hosek und StaatssekretĂ€r Mahrer euphorisch die Einigung auf die Eckpunkte der Bildungsreform. Wenig spĂ€ter begannen die Verhandlungen wieder von vorne, beschlossen wurden zu Sommerbeginn von den 22 MaĂnahmen mit HĂ€ngen und WĂŒrgen gerade einmal fĂŒnf.
Mit Bundeskanzler Christian Kern sollte ein âNew Dealâ kommen: âIch will in einem Land leben, in dem alle Kinder dieselben Chancen haben, unabhĂ€ngig davon, wo sie wohnen und wer ihre Eltern sind.â Neo-Bildungsministerin Sonja Hammerschmid zitierte Kern gleich mehrfach und fĂŒgte an: âIch komme aus der Wissenschaft, Sie haben es vielleicht vernommen, ich handle gerne faktenbasiert, indikatoren- und kennzahlenbasiert als Grundlage fĂŒr die Weiterentwicklung des Systems, und das will ich auch in der Folge tun: Ich möchte evidenzbasierte Bildungspolitik betreiben.âÂ
Die evidenzbasierten Empfehlungen liegen auf dem Tisch: Die OECD empfiehlt Ăsterreich u.a. eine Reform der Schulverwaltung, eine gemeinsame Schule der 10- bis 14-JĂ€hrigen und einen Ausbau der verschrĂ€nkten Ganztagsschule. Im Nationalen Bildungsbericht ist zu lesen: âVerringerung institutionell induzierter Segregation: Unter dem Anspruch der optimalen Forderung und Förderung aller SchĂŒler/innen sollten ungĂŒnstige Zusammensetzungen von SchĂŒlerinnen und SchĂŒlern aufgrund von Selektionen vermieden und Bildungswege fĂŒr alle SchĂŒler/innen möglichst lange offen gehalten werden.â Der Rechnungshof schreibt: âDer RH, das WIFO, das IHS und das KDZ erachten eine grundlegende Reform der Organisations- und Verwaltungsstrukturen des österreichischen Schulwesens als erforderlich. Aufgaben-, Ausgaben- und Finanzierungsverantwortung sowie interne Kontrolle der Schulgebarung in einer Hand.â
Ministerin Hammerschmid betonte noch im Mai in einer Presseaussendung und auch in Interviews, die Wichtigkeit, Brennpunktschulen mit mehr Ressourcen nach einem âChancenindexâ auszustatten. Kanzler Kern sekundierte ihr am SPĂ-Parteitag im Juni: âWir haben ein Konzept ausgearbeitet und beschlussreif, wo es darum geht, dass Schulen mit Kindern aus sozial schwierigen VerhĂ€ltnissen mit mehr Mitteln ausgestattet werden.â
Und was ist nun davon geblieben? âThemen wie Gemeinsame Schule oder Verwaltungsreform stehen auf ihrer PrioritĂ€tenliste dagegen ganz weit unten.â (Kurier 4.9.2016) Der âChancenindexâ findet gleich gar keine ErwĂ€hnung mehr. So aber stelle ich mir weder den Weg zu einem gerechteren Schulsystem, in dem alle Kinder die gleichen Chancen haben vor, noch sehe ich die Umsetzung von zentralen Empfehlungen aus einer faktenbasierten Bildungspolitik. Nach nur 100 Tagen im Amt so umzufallen, ist vermutlich bisher auch nur wenigen gelungen.
Heute habe ich zusammen mit Eva Glawischnig die Versprechungen der Regierung in einer Pressekonferenz eingemahnt.

Dass Kinder bewusst zur Hetze missbraucht werden, dass auch auf sie gnadenlos dumpfer Rassismus und abscheulichste verbale Gewalt herunterprasseln, mussten wir in der letzten Zeit immer öfter zur Kenntnis nehmen. In Diskussion steht nun eine Volksschule im Flachgau, die Integrationsarbeit im allerbesten Sinn geleistet hat: Um die Kinder spielerisch mit Kultur und Sprache des neuen MitschĂŒlers aus Syrien vertraut zu machen, ergriffen die Lehrerinnen die Chance und luden den musizierenden Vater des syrischen Buben aus der Taferlklasse ein, der mit den Kindern ein arabisches Lied und einen Tanz einstudierte. Dazu gab’s noch ein paar Schnupperlektionen in arabischen Schriftzeichen. Und wer schreit? Der Salzburger FPĂ-Gemeinderat Erwin Enzinger, und die 

Als ehemaliger Direktor eines groĂen Gymnasiums weiĂ ich das: Die Anschaffung von Schulspinden schlĂ€gt ein ordentliches Loch ins Schulbudget. Nie jedoch wĂ€re ich auf die Idee gekommen, eine Anschaffung auf Kosten der SchĂŒlerInnen bzw. deren Eltern zu tĂ€tigen. Schulmobiliar ist vom Schulerhalter zu stellen. Punkt!