24. Oktober 2018

Lehrlingsabschiebung: „grob rechtswidrig“

2018-10-25T15:02:50+02:0024.10.18, 14:42 |Kategorien: Integration, Menschenrechte|Tags: , |

Der menschenfeindliche Irrsinn macht Pause. Immerhin!

Die Geschichte des Lustenauer Lehrlings Qamar Abbas hat in Vorarlberg zu heftigen Protesten gefĂŒhrt. Dem bestens integrierten und von seinem jetzigen Arbeitgeber dringend benötigten FlĂŒchtling drohte die Abschiebung. Die hat ein Gericht heute gestoppt, weil der Bescheid „grob rechtswidrig“ war (Neue Wende: Abbas darf vorerst im Land bleiben).

So schnell muss ich den obigen Beitrag ergĂ€nzen, denn soeben (heute, 24.10., 19:00 Uhr) berichtet der Rechtsanwalt des Lehrlings, dass der Irrsinn doch weitergeht. Wer die BegrĂŒndung des Bundesverwaltungsgerichtes liest, zweifelt kaum daran, dass es sich um reine Bösartigkeit einer beleidigten BĂŒrokratie handelt. Das trĂ€gt Kickls Handschrift!

Demnach wurde der Lehrling um 17:00 informiert, dass er morgen um 8:45 Uhr in Wien zur Anhörung zu erscheinen hat. Zur Erinnerung: Er lebt und arbeitet in Vorarlberg. Sein Rechtsanwalt Stefan Harg befĂŒrchtet eine umgehende Abschiebung. Anstatt das Tempo aus dem Verfahren zu nehmen, drĂŒckten die Behörden aufs Tempo, so Harg in „Vorarlberg heute“. Ganz offensichtlich sei das Ziel, die Abschiebung am Samstag noch ĂŒbers Knie zu brechen. Wer es noch nicht gemacht hat, bitte das vernichtende Urteil des BvG lesen (Link oben).

Hier noch GrundsĂ€tzliches: Es gibt noch viel zu tun. Dem oberösterreichischen Landesrat Rudi Anschober ist es in letzter Zeit gelungen, in diesem Land eine politisch und gesellschaftlich breit aufgestellte „Allianz fĂŒr Menschlichkeit und Vernunft“ auf die Beine zu stellen, um Lehrlinge zumindest vor dem Ende ihrer Ausbildung vor einer Abschiebung zu schĂŒtzen.

Unter den 52.000 UnterstĂŒtzerInnen finden sich auch immer mehr Prominente, wie zuletzt Oscar-PreistrĂ€ger Stefan Ruzowitzky, Ex-Vizekanzler Reinhold Mitterlehner, der SĂ€nger Hubert von Goisern, die Schauspielerinnen Susi Stach und Hilde Dalik, Josef Hader und viele andere mehr (Statements und vollstĂ€ndige Liste sind auf www.ausbildung-statt-abschiebung.at zu finden).

17. Oktober 2018

Der Hitler Balkon am Wiener Rathaus

2018-10-17T16:25:53+02:0017.10.18, 12:22 |Kategorien: Geschichte und Rechtsextremismus|Tags: , |

Heute sprechen alle vom sogenannten „Hitler-Balkon“ am Heldenplatz. Hitler stand und sprach aber am 9. April 1938 – also einen Tag vor der Volksabstimmung ĂŒber den „Anschluss“ – auch vis-Ă -vis auf einem eigens aus Holz errichteten Balkon des Wiener Rathauses.

Diese Bildcollage (Bildnachweis siehe unten) zeigt links Hitler auf dem provisorischen Holzbalkon des Wiener Rathauses. Rechts zu sehen ist eine aktuelle Aufnahme des Nachbaus aus Stein, der wenige Monate nach der Hitler-Rede erfolgte. Der rechte Bildausschnitt zeigt, dass er noch heute existiert und mit Pflanzen und Blumen dekoriert wird.

Die Initiative „Memory Gaps“ erinnert im Gedenkjahr 2018 an diese Wiener ErinnerungslĂŒcke und regt den Abriss und RĂŒckbau des „Hitler-Balkons“ an. Das ist gerechtfertig, zumal die Initiatoren darauf verweisen, dass der Balkon „brachial gegen die architektonische Linie des Rathaus-Hauptturmes verstĂ¶ĂŸt“.

Witziger Vorschlag der Initiatoren: „Alternativ dazu könnte dieser historisch belastete Balkon im positiven Sinn ein letztes Mal ‚in Betrieb‘ genommen werden: Am 12. November 2018, dem 100. Jahrestag der GrĂŒndung der Republik Österreich, könnte eine aktuelle oder historische Friedensrede als versöhnende Proklamation von diesem belasteten Balkon aus erfolgen.“

Also abreißen? Das wĂ€re mal ein klares Statement in Zeiten wie diesen. Oder gibt’s kreative VorschlĂ€ge?

Foto 1938 Lothar RĂŒbelt, ©: ÖNB Bildarchiv und Grafiksammlung. Foto 2018 ©: Memory Gaps
25. September 2018

Kickl außer Rand und Band

2018-09-25T15:54:16+02:0025.09.18, 15:35 |Kategorien: Geschichte und Rechtsextremismus, Medien|Tags: |

Die AffĂ€re um Innenminister Herbert Kickl ist ja in den Medien ausfĂŒhrlich behandelt worden. Das ist die gute Nachricht.

Die schlechte: So etwas ist bei uns möglich. Der Textausschnitt unten zeigt eine der vielen unsĂ€glichen Passagen aus dem skandalösen Mail des BM.I an die Landespolizeidirektionen. Noch funktioniert zum GlĂŒck unser Recht(s)staat, da es innerhalb der Polizei genĂŒgend KrĂ€fte gibt, die sich gegen die politische Vereinnahmung durch Kickl und seine rechtsextremen Kumpane im Ministerium zur Wehr setzen und solche Texte an die Medien weiterspielen.

„Leider wird wie eh und je seitens gewisser Medien (zum Beispiel ‘Standard’, ‘Falter’) sowie neuerdings auch seitens des ‘Kuriers’ eine sehr einseitige und negative Berichterstattung ĂŒber das BMI beziehungsweise die Polizei betrieben
 Ansonsten erlaube ich mir vorzuschlagen, die Kommunikation mit diesen Medien auf das nötigste (rechtlich vorgesehene) Maß zu beschrĂ€nken und ihnen nicht noch Zuckerln wie beispielsweise Exklusivbegleitungen zu ermöglichen 
“

Die Polizei steht unter enormem Druck. Sie soll – so will es Kickls Ministerium – ihren Teil zur Hetze gegen AsylwerberInnen beitragen und beispielsweise Sexualdelikte, die nicht von Österreichern begangen werden, massiv kommunizieren. Außerdem solle man kĂŒnftig auch immer die StaatsbĂŒrgerschaft und den asylrechtlichen Aufenthaltsstatus mitteilen.

Weit haben wir es gebracht in Österreich. Allein die BVT-AffĂ€re wĂŒrde in einem anderen Land wohl zum sofortigen RĂŒcktritt des politisch Verantwortlichen fĂŒhren. Wir haben einen Innenminister, der in einer rechtswidrigen Aktion die BĂŒros des wichtigsten Geheimdienstes und nebenbei auch noch die Privatwohnungen der dortigen Beamten stĂŒrmen lĂ€sst – und das alles nicht durch die zustĂ€ndigen Einheiten, sondern durch die von einem FPÖ-FunktionĂ€r gefĂŒhrte Eingreiftruppe gegen StraßenkriminalitĂ€t! Herbert Kickl ist das grĂ¶ĂŸte Sicherheitsrisiko unseres Landes. Es ist höchst an der Zeit, dass die SelbstreinigungskrĂ€fte unserer Demonkratie an Kraft gewinnen.

Eine Möglichkeit ist es, die auf Facebook bereits sehr erfolgreiche Gruppe „Wir fordern den RĂŒcktritt von Herbert Kickl“ zu unterstĂŒtzen.

WofĂŒr ich stehe?

Ich stehe fĂŒr soziale Gerechtigkeit, bessere Schulen, Klimaschutz, Antirassismus, Integration, Grundrechte und Tierschutz.

Hier erfahren sie mehr


Meine Arbeit

Hier veröffentliche politische Kommentare. Sie erfahren auch alles ĂŒber meine Arbeit aus meiner Zeit im Nationalrat (2008-2017): Reden, AntrĂ€ge und Ausschussarbeit.


Zur Seite des Parlaments


Downloads