Lehrlingsabschiebung: âgrob rechtswidrigâ
Der menschenfeindliche Irrsinn macht Pause. Immerhin!
Die Geschichte des Lustenauer Lehrlings Qamar Abbas hat in Vorarlberg zu heftigen Protesten gefĂŒhrt. Dem bestens integrierten und von seinem jetzigen Arbeitgeber dringend benötigten FlĂŒchtling drohte die Abschiebung. Die hat ein Gericht heute gestoppt, weil der Bescheid âgrob rechtswidrigâ war (Neue Wende: Abbas darf vorerst im Land bleiben).
So schnell muss ich den obigen Beitrag ergĂ€nzen, denn soeben (heute, 24.10., 19:00 Uhr) berichtet der Rechtsanwalt des Lehrlings, dass der Irrsinn doch weitergeht. Wer die BegrĂŒndung des Bundesverwaltungsgerichtes liest, zweifelt kaum daran, dass es sich um reine Bösartigkeit einer beleidigten BĂŒrokratie handelt. Das trĂ€gt Kickls Handschrift!
Demnach wurde der Lehrling um 17:00 informiert, dass er morgen um 8:45 Uhr in Wien zur Anhörung zu erscheinen hat. Zur Erinnerung: Er lebt und arbeitet in Vorarlberg. Sein Rechtsanwalt Stefan Harg befĂŒrchtet eine umgehende Abschiebung. Anstatt das Tempo aus dem Verfahren zu nehmen, drĂŒckten die Behörden aufs Tempo, so Harg in âVorarlberg heuteâ. Ganz offensichtlich sei das Ziel, die Abschiebung am Samstag noch ĂŒbers Knie zu brechen. Wer es noch nicht gemacht hat, bitte das vernichtende Urteil des BvG lesen (Link oben).
Hier noch GrundsĂ€tzliches: Es gibt noch viel zu tun. Dem oberösterreichischen Landesrat Rudi Anschober ist es in letzter Zeit gelungen, in diesem Land eine politisch und gesellschaftlich breit aufgestellte âAllianz fĂŒr Menschlichkeit und Vernunftâ auf die Beine zu stellen, um Lehrlinge zumindest vor dem Ende ihrer Ausbildung vor einer Abschiebung zu schĂŒtzen.
Unter den 52.000 UnterstĂŒtzerInnen finden sich auch immer mehr Prominente, wie zuletzt Oscar-PreistrĂ€ger Stefan Ruzowitzky, Ex-Vizekanzler Reinhold Mitterlehner, der SĂ€nger Hubert von Goisern, die Schauspielerinnen Susi Stach und Hilde Dalik, Josef Hader und viele andere mehr (Statements und vollstĂ€ndige Liste sind auf www.ausbildung-statt-abschiebung.at zu finden).
Heute sprechen alle vom sogenannten âHitler-Balkonâ am Heldenplatz. Hitler stand und sprach aber am 9. April 1938 – also einen Tag vor der Volksabstimmung ĂŒber den âAnschlussâ – auch vis-Ă -vis auf einem eigens aus Holz errichteten Balkon des Wiener Rathauses.
