28. November 2014

Mut, Frau Ministerin: Einstieg in die Gemeinsame Schule ab 2017!

2015-05-01T08:18:32+02:0028.11.14, 13:37 |Kategorien: Bildung|Tags: , , |

Gruene-Schule1Das war die zentrale Botschaft bei meiner heutigen Pressekonferenz: Einstieg in die Gemeinsame Schule ab 2017! Nach der Veröffentlichung der Studie zur Gemeinsamen Schule gestern (Schule der 10- bis 14-JĂ€hrigen in Vorarlberg) ist klar: Eltern und LehrerInnen wollen eine grundlegende Schulreform. Die alte Schule hat ausgedient, die Zeiten haben sich geĂ€ndert. Nur 24% aller Schulklassen in Österreich sind einsprachig – und die Tendenz ist weiter fallend. Die alte Schule produziert Ungleichheit, wie etwa der nationale Bildungsbericht belegt: Unterschiede zw. Kindern mit und ohne Migrationshintergrund werden im Verlauf der Schullaufbahn nicht geringer, sondern sogar grĂ¶ĂŸer!
Klar ist:
‱ Eltern von Kindern in Volksschulen und Neuen Mittelschulen wollen die Gemeinsame Schule, sogar ein Viertel der AHS-LehrkrĂ€fte.
‱ LehrerInnen mit Unterrichtserfahrung in heterogenen Gruppen (also Volksschule und Neuen Mittelschule) sind zu fast 80 Prozent dafĂŒr.
‱ Die Zustimmung zum jetzigen selektiven Schulsystem liegt sogar bei den AHS-LehrkrĂ€ften nur bei 45 Prozent.
Worauf wartet die Ministerin eigentlich noch? Wir GrĂŒne fordern:
‱ Startprojekt fĂŒr die Gemeinsame Schule ab Herbst 2017
‱ Ein Fördersystem muss umgehend auf- und ausgebaut werden, vor allem auch Schulsozialarbeit und Schulpsychologie.
‱ Ähnliches gilt fĂŒr die Themen Schulautonomie, indexbasierte Mittelzuteilung an Schulen und die Aus- und Fortbildung von LehrkrĂ€ften (unter anderem im Bereich Binnendifferenzierung).
‱ Schaffung der rechtlichen Rahmenbedingungen fĂŒr Modellregion.
‱ Kostenberechnung fĂŒr Zusatzausgaben, aber auch die Einsparungseffekte im Verwaltungsbereich. Immerhin rechnen uns Bildungsökonomen vor, dass das Bruttinlandsprodukt um 0,5% steigen wĂŒrde, wenn alle nach absolvierter Schulpflicht sinnerfassend lesen können.
Mut, Frau Ministerin: Was die Vorarlberger ÖVP trotz Widerstand in eigenen Reihen schafft, sollten Sie auch schaffen!

27. November 2014

Schule der 10- bis 14-JĂ€hrigen in Vorarlberg

2015-05-01T08:20:46+02:0027.11.14, 12:30 |Kategorien: Bildung|Tags: , , , |

Gruene-Schule1Ich bin schon gespannt, mit welchen Argumenten die Ergebnisse der bislang umfassendsten Befragung von LehrerInnen, Eltern und SchĂŒlerInnen zur Gemeinsamen Schule von den Reformgegnern kleingeredet wird. In Vorarlberg haben im Rahmen des Forschungsprojekts „Schule der 10- bis 14-JĂ€hrigen“ ĂŒber 19.700 Personen teilgenommen und ihre Vorstellungen von einer kĂŒnftigen Schule deponiert. ReprĂ€sentativ genug? Die wesentlichen Ergebnisse:
‱ LehrerInnen und Eltern der Volks- und Mittelschule sind mehrheitlich fĂŒr eine gemeinsame Schule der 10- bis 14-JĂ€hrigen.
‱ VorschlĂ€ge wie eine AHS-AufnahmeprĂŒfung und Eliteschulen fĂŒr besonders Begabte finden keine zustimmende Mehrheit.
‱ Eine große Mehrheit der Eltern und Lehrpersonen von Kindern der Volks- und Mittelschule sowie der Eltern von Kindern der Gymnasien erwartet sich von einer Gemeinsamen Schule mehr Chancengerechtigkeit fĂŒr alle Kinder. Alle verlangen aber individuelle Förderung der Kinder.
‱ Dass die Gesamtschule den Vorteil einer spĂ€teren Entscheidung ĂŒber den weiteren Bildungsweg mit sich bringen wĂŒrde, wurde ĂŒberwiegend bejaht – bei den Eltern 69 bis 72 Prozent, bei den LehrkrĂ€ften 54 (AHS) bis 91 Prozent (VS).
In Vorarlberg besuchen nur 24% aller 10- bis 14-JĂ€hrigen eine AHS-Unterstufe (Ö 34%), in den StĂ€dten sind es 38%, in den Talschaften vier Prozent. Der Anteil der SchĂŒlerInnen mit nichtdeutscher Muttersprache liegt in den NMS in den Talschaften bei neun Prozent, in den StĂ€dten bei 44%.
Weitere spannende Ergebnisse:
‱ 41% der Eltern der Volksschule, die fĂŒr ihr Kind ausschließlich den Wechsel in eine gymnasiale Unterstufe anstreben, haben bereits in der Volksschule die Absicht, ihr Kind in eine BHS zu schicken.
‱ Rund 80% der Eltern mit tĂŒrkischem Sprachhintergrund hĂ€tte gerne mehr Unterricht fĂŒr ihr Kind in Mathematik und in Deutsch.
FĂŒr eine Gemeinsame Schule der 10- bis 14-JĂ€hrigen sind 77% der NMS-LehrkrĂ€fte, 72% der Volksschul-LehrkrĂ€fte und immerhin noch ein Viertel der AHS-LehrkrĂ€fte. Nur 45% der AHS-LehrkrĂ€fte sind fĂŒr den Erhalt des zweigliedrigen Schulsystems. Übrigens: Sogar bei den Eltern von AHS-SchĂŒlerInnen sind 45% fĂŒr eine Gemeinsame Schule.
Eine große Mehrheit erwartet sich Vorteile fĂŒr die Kinder, wenn durch eine „Gemeinsame Schule“ die Bildungsentscheidung erst spĂ€ter getroffen wird: Rund 70 Prozent der Eltern der VS, der NMS und der AHS sowie nahezu 90 Prozent Lehrpersonen aus VS und der NMS bejahen dies, aus der AHS sind es 54 Prozent, wenn Individualisierung des Unterrichts und die Förderung der individuellen FĂ€higkeiten zufriedenstellend geregelt sind.
Bis Ende Mai 2015 soll nun ein umfassendes, pĂ€dagogisches und strukturelles Konzept fĂŒr die „Schule Neu“ vorgelegt werden.

18. November 2014

Die Reichen ins Töpfchen, die Armen ins Kröpfchen!

2015-05-01T08:25:38+02:0018.11.14, 13:19 |Kategorien: Bildung|Tags: , |

„Die Umsetzung der Erfolgsfaktoren legt die EinfĂŒhrung einer in sich differenzierten gemeinsamen Schule vom Schulbeginn bis zum Übergang in die Sekundarstufe II nahe, da diese am besten in der Lage ist, talentfördernd und potenzialorientiert zugleich zu arbeiten.“ Nein, dieser Satz stammt nicht aus dem Bildungsprogramm der GrĂŒnen, sondern aus dem heute prĂ€sentierten Konzept der Industriellenvereinigung „Bildung neu denken. Schule besser leben.“ Inzwischen pfeifen es die Spatzen von den DĂ€chern, wohin die Bildungspolitik in Österreich gehen muss, nur die ÖVP und ihre Fraktion in der Beamtengewerkschaft verbleiben in der elitĂ€ren Denkweise des 19. Jahrhunderts und beharren auf die Trennung der Kinder mit zehn Jahren. Wovor fĂŒrchtet sich die ÖVP? Dass auch die österreichische Schule endlich im 21. Jahrhundert ankommt und einen demokratischen und sozial gerechten Zugang zu Bildung bietet? Dass alle Kinder nach bestem Wissen gefördert werden und nicht nur jene der Jurackas, Kimbergers, Quins, Mitterlehners, Spindeleggers & Co?

Tatsache ist, dass ein Staat, der nicht oder zu wenig in Bildung investiert oder, so wie Österreich ein veraltetes Bildungssystem krampfhaft aufrecht erhĂ€lt, ĂŒber kurz oder lang auch als Wirtschaftsstandort Probleme bekommt. Dazu benötigt es nicht PISA oder andere Leistungserhebungen, denn darauf weisen schon alleine die rasant zunehmenden Arbeitslosenzahlen in Österreich hin. Das hat auch die Industriellenvereinigung (und nicht nur sie) erkannt.

Tatsache ist ebenfalls, dass in Österreich Bildung vererbt wird und eine Selektion weitgehend vom Kontostand und der Bildung der Eltern abhĂ€ngig ist. Um es ĂŒberspitzt auszudrĂŒcken: Die Reichen ins Töpfchen – sprich ins Gymnasium und auf die Uni –, die Armen ins Kröpfchen – sprich in die Lehre oder gleich in die Arbeitslosigkeit. Auch der von der Bundesregierung eingerichtete Rat fĂŒr Forschung und Technologieentwicklung vermerkt zur Vererbung der Bildung in Österreich im aktuellen Bericht zur wissenschaftlichen und technologischen LeistungsfĂ€higkeit Österreichs: „Daher bleibt die Empfehlung des Rates betreffend Bekenntnis zu einer gemeinsamen und ganztĂ€gigen Schule im Sekundarbereich aufrecht.“

Der Sozialexperte Martin Schenk konstatiert dazu: „Nach SchĂ€tzungen der Bildungswissenschafter Hanushek und WĂ¶ĂŸmann wĂŒrde sich das jĂ€hrliche Wachstum des Bruttosozialprodukts in Österreich um einen halben Prozentpunkt erhöhen, könnte der Anteil der SchulabgĂ€nger mit geringen Lesekompetenzen auf Null reduziert werden.“ Dem ist wohl nichts hinzuzufĂŒgen!

WofĂŒr ich stehe?

Ich stehe fĂŒr soziale Gerechtigkeit, bessere Schulen, Klimaschutz, Antirassismus, Integration, Grundrechte und Tierschutz.

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Meine Arbeit

Hier veröffentliche politische Kommentare. Sie erfahren auch alles ĂŒber meine Arbeit aus meiner Zeit im Nationalrat (2008-2017): Reden, AntrĂ€ge und Ausschussarbeit.


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