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6. August 2017

Fall Kampl: FPÖ-Keller-Nazis treten ans Tageslicht!

06.08.17, 16:42 |Categories: Geschichte und Rechtsextremismus, Nationalrat, Parteien|Tags: , |


Vor drei Jahren zeigte sich FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache in einer Presseaussendung noch erschüttert ob der Aussagen von Siegfried Kampl und ließ ihn aus der FPÖ ausschließen. Und heute?

Heute wurde bekannt, dass eine Partei, die demnächst mit hoher Wahrscheinlichkeit in der Bundesregierung sitzt, mit Siegfried Kampl jemanden rehabilitiert hat, für den die Bezeichnung „Kellernazi“ eine Verharmlosung darstellt („Kampl nach Parteiausschluss rehabilitiert“).

Der Gurker Bürgermeister ist mit seinen Grundsätzen allerdings ein durchaus typischer Vertreter der blau-braunen Szene und machte trotz – oder gar wegen? – seiner braunen Ideologie in der FPÖ jahrzehntelang Karriere. Er brachte es 2005 fast bis zum Präsidenten des Bundesrates, bevor er wegen seiner Skandalaussagen zum Rücktritt „animiert“ wurde.

Von ihm stammen Behauptungen wie jene, dass es ab 1945 in Österreich eine „brutale Naziverfolgung“ gegeben habe und Österreich ohne Hitler – so sein krudes Geschichtsbild – „jetzt kommunistisch“ wäre. Aus der Partei ausgeschlossen wurde Kampl vor drei Jahren, weil er es abgelehnt hatte, sich vom Nationalsozialismus zu distanzieren. 2017 ist das in der FPÖ offenkundig kein Problem mehr.

Interessant ist, dass sich Heinz-Christian Strache bis heute nicht zu Kampls Wiederaufnahme in die FPÖ geäußert hat, obwohl dies schon vor drei Monaten passiert sein soll. Im Herbst 2014 war Strache noch „erschüttert“ über Kampls Aussage. Unkommentiert blieb ebenfalls, dass Kampl bereits mindestens ab Ende 2015 wieder auf der Kärntner Parteiseite als Mitglied geführt wurde (s. Screenshot!), bevor dann am Beginn diesen Jahres alle Gurker Blauen von der FPÖ-Website entfernt wurden.

Wer heute wieder einen skandalumwitterten Rechtsausleger wie dem ehemaligen Dritten Nationalratspräsidenten Martin Graf in den Nationalrat schicken will und einen Mann wie Kampl rehabilitiert, der arbeitet ganz offen an einer Revision des österreichischen Geschichtsbildes. Wer es – wie ÖVP und SPÖ – nicht ausschließt, mit einer derartigen Partei zu koalieren, hat den politischen Grundkonsens der Gründungsväter und -mütter der 2. Republik verlassen. ÖVP und SPÖ sind gefordert. Sie dürfen diesem geschichtspolitischen braun-blauen Amoklauf nicht auch noch den Hauch von Legitimität zugestehen und müssten eine Koalition mit einer Strache-Graf-Kampl-FPÖ ausschließen.

Auch wir Grüne sind gefordert, denn dieser Fall zeigt erneut: Es braucht uns mehr denn je. Jetzt ist nicht die Zeit für die Pflege persönlicher Befindlichkeiten, denn es geht ans Eingemachte in der Republik.

26. Juli 2017

Die FPÖ und die vorhersehbaren „Einzelfälle“

26.07.17, 8:35 |Categories: Geschichte und Rechtsextremismus|Tags: , , |

Der Fall des FPÖ-Nationalratsabgeordneten Johannes Hübner belegt einmal mehr, dass sich die FPÖ von ihrer braunen Vergangenheit nicht so einfach lösen kann: Dazu bräuchte es den Mut und den Willen, sich einer historisch-korrekten objektiven Aufarbeitung der eigenen Parteigeschichte zu stellen – und daraus auch die Konsequenzen zu ziehen. Nichts davon ist vorhanden. Hübners Verzicht auf eine neuerliche Kandidatur für den Nationalrat war kein freiwilliger, sondern ein von außen erzwungener. Hätte die FPÖ an Hübner festgehalten, wären Probleme bei einer eventuellen Koaltionsbildung nach dem 15. Oktober unvermeidlich gewesen.

Zu glauben, Hübners Äußerungen wären einfach passiert, aus einer „Dummheit“ resultiert, die „auf einer Fehlinformation vom Vortag [der Rede beim Kongress, Anmk. H.W.] basiert habe“, wie Hübner bezüglich der Punzierung von Hans Kelsen mit „Hans Kohn“ behauptete, wäre ein völliger Trugschluss. Schon alleine die Tatsache von Hübners Auftritt auf einem Kongress, der bezüglich der ideologischen Ausrichtung seiner Teilnehmer keinerlei Interpretatonsspielräume offenlässt, hätte bei Bekanntwerden einen Aufschrei provozieren müssen. Doch sehr klare Hinweise darauf durch das Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands (DÖW) und auch von uns Grünen wurden ignoriert. Auch eine Notiz des DÖW aus dem Juli 2016 – also kurz nach dem Kongress – fand keinen Widerhall, weder in den österreichischen Medien noch in der Politik:

„Bemerkenswerter erscheint jedoch die prominente Rolle eines weiteren Österreichers auf der Veranstaltung: mit Johannes Hübner hatte immerhin ein österreichischer Nationalratsabgeordneter (FPÖ) den Weg nach Kirchheim gefunden – und verschaffte damit dem Geschichtsfälscher-Treffen und den dort vertretenen Thesen eine selten erfahrene symbolische Aufwertung.“

Die Brisanz von Hübners antisemitisch konnotierten „Bonmots“ war denjenigen aus der GfP, die das Redemanuskript redigierten, klar bewusst. Anders ist es nicht zu erkären, warum zwei wesentliche Passagen schriftlich nachkorrigiert wurden: Aus „Hans Kohn“ wurde „Hans Grohm“ und „sogenannter“ vor „Holocaust-Überlebender“ wurde gestrichen.

Im Fall Hübner hat die FPÖ nun die für sie (und Hübner) am wenigsten schmerzliche Lösung gewählt: kein Rücktritt, sondern nur der Verzicht auf eine neuerliche Kandidatur, kein Parteiausschluss. Das, obwohl die einstige FPÖ-Abgeordnete Susanne Winter für weniger aus der Partei geworfen wurde, denn sie hatte einen antisemitischen Kommentar auf ihrer Facebook-Seite „nur“ gutgeheißen. Der FPÖ-Generalsekretär Kickl bedauerte offiziell Hübners Schritt, vom urlaubenden Parteichef Strache war und ist bislang nichts zu hören.

Alles das werden wir in der FPÖ in Varianten wieder erleben. Dass der Hübner-Freund Andreas Mölzer nun beim nächsten GfP-Kongress auftreten wird, ist für jene, die es wissen wollen, bekannt. Dass er dort wieder den ideologischen Geschmack des einschlägigen Publikums bedienen wird, ist vorhersehbar. Reaktionen darauf gibt es keine. Der eine und andere Skandal wird auch in Zukunft wieder hochschwappen. Er wird in der strukturellen Beschaffenheit der FPÖ jedoch genauso viel ändern wie jener um Hübner und den unzähligen anderen, die dem vorausgingen: nämlich gar nichts. Das sollten ÖVP und SPÖ bedenken, wenn sie sich mit der FPÖ in Regierungsbett legen.

 

31. Mai 2017

„Wochenblick“ betreibt systematische Hetze gegen Thomas Rammerstorfer

31.05.17, 13:12 |Categories: Bildung, Geschichte und Rechtsextremismus|Tags: , , , |

Ich kann es nicht anders bezeichnen: Der oberösterreichische „Wochenblick“ betreibt rund um den widerrechtlich abgebrochenen Schulvortrag am Linzer BORG Honauerstraße systematisch Hetze gegen den Referenten Thomas Rammerstorfer. Und die hat wohl seine ökonomische Vernichtung zum Ziel. Es ist daher hoch an der Zeit, dass Politik, Medien und Zivilgesellschaft, dass wir alle breit Stellung beziehen und Grenzen definieren.

Anlass ist eine Serie von Wochenblick-Artikeln gegen Rammerstorfer, die nun in der Mutmaßung gipfelt, Rammerstorfer habe illegal von SchülerInnen Geld eingehoben. Verstärkt wird der hetzerische Artikel mit dem Titel „Kassierte Rammerstorfer illegal Schüler ab?“ durch eine Bildmontage, die dazu geeignet ist zu suggerieren, Rammerstorfer habe – illegal – in eine Kassa gegriffen. Ich habe daher großes Verständnis, dass Rammerstorfer die Angelegenheit nun seinem Rechtsanwalt übergeben hat.

Wir können und dürfen nicht hinnehmen, dass politisch nicht genehme Personen durch die FPÖ und dem ihr nahestehenden Organ ‚Wochenblick’ mundtot gemacht werden sollen und mittels Rufmord zudem noch in ihrer Existenz bedroht werden. Ich verweise insbesondere nach der inakzeptablen Schulintervention durch den freiheitlichen Nationalratsabgeordneten Roman Haider darauf, dass Politischer Bildung auch unter Hinzuziehung von externen ExpertInnen für die schulische Demokratieerziehung eine essentielle Bedeutung an Österreichs Schulen zukommt. Politische Bildung ist daher als Unterrichtsprinzip verpflichtend für alle Unterrichtsgegenstände verankert. Es ist jedoch zu befürchten, dass sich LehrerInnen nach einer derartigen Schmutzkübel-Kampagne doppelt überlegen werden, ob und wie sie zukünftig Politische Bildung unterrichten werden. Sie werden daher gegebenenfalls mehr Solidarität und Unterstützung benötigen.

Ich danke hier ausdrücklich den zuständigen Behörden, die auf schulrechtlicher Ebene für eine Klarstellung gesorgt haben. Sehr gut ist ebenfalls, dass das Bildungsministerium den Vorfall mit der an die zuständige Staatsanwaltschaft ergangenen Sachverhaltsdarstellung, die Haiders Vorgehen zum Thema hat, nun auch auf strafrechtlicher Ebene prüfen lässt. Völlig lächerlich ist, dass die FPÖ und in Gefolge natürlich auch der „Wochenblick“ und „unzensuriert“ eine bewusste Tatsachenverkehrung betreiben. Ihr Versuch, die Sachverhaltsdarstellung des Bildungsministeriums gegen Thomas Rammerstorfer auszulegen, ist wohl als bewusste Taktik zu deuten, um Rammerstorfer weiter zu verunglimpfen.

Ich appelliere an alle LehrerInnen, den Einschüchterungsversuchen durch die FPÖ und ihren medialen Handlangern nicht nachzugeben. Denn gerade jetzt brauchen wir das, was die FPÖ wie der Teufel das Weihwasser fürchtet: Aufklärung und ein mutiges Auftreten für die demokratischen Grundwerte.