8. Februar 2011

PISA-Diskussion am Mittwoch in Feldkirch

2011-02-08T11:50:00+01:0008.02.11, 11:50 |Kategorien: Bildung|

Das könnte spannend werden: „Was tun nach dem PISA-Schock?“ So lautet der Titel einer Diskussion, zu der die „Vorarlberger Nachrichten“ einladen:

• Pädagogische Hochschule Feldkirch, Hörsaal A

• Mittwoch, 9. Februar 2011, 19 bis 20.30 Uhr

Ich diskutiere das Thema mit Schullandesrat Siegi Stemer, der Volksschullehrerin Gabriele Milz, BAKIP-Direktor Gerhard Frontull und Lehrlingsausbildner Otto Bechter. Der VN-Stammtisch wird auch live im Internet unter www.vol.at übertragen.

Worin liegen die Ursachen für das PISA-Debakel? Immerhin gibt es ein Drittel RisikoschülerInnen, wenige Spitzenleistungen, große Niveauunterschiede, die gleichzeitig ein krasses Abbild der sozialen Verhältnisse sind und insgesamt Ergebnisse deutlich unter dem OECD-Schnitt. Leider gilt das auch für Vorarlberg, das eine eigene Auswertung in Auftrag gegeben hat.

„Wenn jetzt alles richtig gemacht wird, werden wir uns bis 2018 wesentlich verbessern“ , meint Günter Haider, der PISA-Verantwortliche für Österreich. Aber was ist denn nun richtig und wichtig? Darüber scheiden sich die Geister. Ich werde an diesem Abend versuchen, unser Zukunfstkonzept deutlich zu machen: die „Grüne Schule“.

Für uns alle hat in der Bildungspolitik jedenfalls zu gelten: „Kein Kind zurücklassen!“

4. Februar 2011

Schule: Schluss mit der Defizitorientierung!

2011-02-04T15:45:00+01:0004.02.11, 15:45 |Kategorien: Bildung|

„Ich sehe schon, dass du das kannst. Kommen wir zur nächsten Frage“, so oder so ähnlich geht es zu in unseren Schulen. Unser ganzes System ist darauf ausgerichtet zu entdecken, was ein Kind in der Schule eventuell nicht weiß oder kann. Statt dass wir das in den Vordergrund stellen, was Kinder können und sie dadurch motivieren: „Schön, dass du das kannst Du. Erzähl mir mehr davon!“

Nun gibt es eine Studie der Psychologin Brigitte Sindelar von der Sigmund-Freud-Uni in Wien, die genau das bestätigt, was wir in unserem Bildungsprogramm (hier als Download: < file name="Bildungsprogramm" >) fordern: Wir müssen weg von der Defizitorientierung, denn das ständige Anstreichen von Fehlern in der Schule führt zu schlechten Leistungen. SchülerInnen hingegen, deren richtige Lösungen anstelle der Fehler markiert werden, lernen mehr. Das Projekt nennt sich „Fehlerkiller“. Hier nähere Informationen als Download < file name="Sindelar_Studie" >.

LehrerInnen an Wiener Volksschulen markierten vier Jahre bei 250 Kindern alles, was diese beim Schreiben, Rechnen und Lesen richtig gemacht hatten. Der Vergleich mit 380 traditionell bewerteten SchülernInnen zeigt, dass „Fehlerkiller“-Kinder viel bessere Leistungen erbringen und wesentlich motivierter sind. Das sagt ja auch die Hirnforschung und wird von der Projektleiterin Sindelar bestätigt: „Wenn man das Richtige markiert, wird auch das Richtige im Gedächtnis abgespeichert!“ Umgekehrt führe das Anstreichen von Fehlern dazu, dass sich Schülerinnen das falsche Wortbild einprägten. Also: Fehler anstreichen ist kontraproduktiv!

Für uns gilt: „Kein Kind zurücklassen!“

3. Februar 2011

Bildungsvolksbegehren ohne Reizworte?

2011-02-03T14:49:00+01:0003.02.11, 14:49 |Kategorien: Bildung|

Nun ist die Katze also aus dem Sack. Hannes Androsch will ein „breit angelegtes“ Bildungsvolksbegehren „ohne Reizworte“. Das scheint ihm zu gelingen, denn wer zahlt, der schafft bekanntlich auch an.

Seine Initiative ist sehr zu begrüßen, die konkrete Entwicklung aber sehe ich zunehmend skeptisch. Heute nun wurde jener Text präsentiert, der nach langen Verhandlungen auch unsere Grüne Zustimmung erhalten hat (< file name="Text_Bildungsvolksbegehren" >), obwohl wir vieles anders formuliert hätten und einiges durchaus problematisch ist. Der Kern aber passt: „Wir fordern ein sozial faires, inklusives Bildungssystem, in dem die Trennung der Kinder nach ihren Interessen und Begabungen erstmals am Ende der Schulpflicht erfolgt.“ Somit ist die gemeinsame Schule der 10- bis 14-Jährigen zwar nicht ausdrücklich angesprochen, aber de facto gefordert.

Das ist – auch – unser Erfolg. Mir ist aber klar: Noch ist dieser Erfolg nicht in trockenen Tüchern, denn erst wenn der Einreichtext vorliegt, ist klar, ob es nicht doch ein Wischiwaschi-Volksbegehren wird. Einer weiteren Verwässerung werden wir ganz sicher nicht zustimmen! Erst der Einreichtext ist das, was die Leute dann auch wirklich unterschreiben.

Und dass dieser entscheidende Text noch immer nicht präsentiert werden kann, beweist, dass offenkundig von ÖVP-Seite noch massiv interveniert wird. Hier zeichnet sich wohl eine unheilige Allianz zwischen der Betonfraktion im ÖAAB und der Industriellenvereinigung ab. Wenn man dieser Regierung in Sachen Schulreform Beine machen will, muss die jetzige klare Formulierung für eine gemeinsame Schule der 10- bis 14-Jährigen im Einreichtext vorkommen.

Für uns gilt: „Kein Kind zurücklassen!“

Wofür ich stehe?

Ich stehe für soziale Gerechtigkeit, bessere Schulen, Klimaschutz, Antirassismus, Integration, Grundrechte und Tierschutz.

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Meine Arbeit

Hier veröffentliche politische Kommentare. Sie erfahren auch alles über meine Arbeit aus meiner Zeit im Nationalrat (2008-2017): Reden, Anträge und Ausschussarbeit.


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