21. Dezember 2009

Handelsdelegierter entschuldigt sich bei Bischof KrÀutler!

2009-12-21T17:33:00+01:0021.12.09, 17:33 |Kategorien: Klima und Umwelt|

Vom Handelsdelegierten in São Paulo habe ich nach seinen unsÀglichen Attacken auf Bischof Erwin KrÀutler (siehe meinen gestrigen Blog-Eintrag) folgendes Mail erhalten (jeder kann sich selbst einen Reim darauf machen):

„Sehr geehrter Herr Abgeordneter Dr. Walser

Meine Nennung von Dom Erwin KrĂ€utler war im Zusammenhang mit der Wirtschaftsmission sicherlich unnötig, weshalb ich mich auch bei Bischof KrĂ€utler fĂŒr diese Formulierung entschuldigt habe.

Es war jedenfalls nicht meine Absicht, Dom Erwin oder Menschen in seiner Diözese zu diffamieren, herabzuwĂŒrdigen oder in den RĂŒcken zu fallen.

Vom Kraftwerksprojekt am Rio Xingu sind ĂŒbrigens keine österreichischen Firmen direkt betroffen (sehr wohl natĂŒrlich indirekt, wie bei allen großen Wasserkraftanlagen). Und unsere Wirtschaftsmission im MĂ€rz hat als Schwerpunkt nachhaltige Energiegewinnung, Biogas, Solarthermie, Photovoltaik, Kleinwasserkraftwerke und Windergie, es geht also um Alternativenergie und fĂŒhrt ins ein paar Tausend Kilometer entfernte SĂŒdbrasilien. (…)

Mit den besten WĂŒnschen fĂŒr ein frohes Weihnachtsfest

Ingomar Lochschmidt“

20. Dezember 2009

Skandalöse Attacke gegen Bischof KrÀutler

2009-12-20T16:56:00+01:0020.12.09, 16:56 |Kategorien: Klima und Umwelt|

Seit 1981 kĂ€mpft der aus Koblach (Vorarlberg) stammende Bischof Erwin KrĂ€utler im Urwald von Brasilien an der Seite der Ureinwohner gegen die Übergriffe von Großgrundbesitzern und gegen die ökologische Kahlschlagpolitik der Regierung. Im Brennpunkt steht derzeit das gigantische Kraftwerksprojekt Belo Monte am Rio Xingu im Norden Brasiliens, das schon vor Jahrzehnten geplant wurde. Es gab und gibt allerdings massive ökologische und menschenrechtliche EinwĂ€nde und heftige Proteste, deshalb konnte das Projekt bislang nicht realisiert werden. Der Staudamm wĂŒrde die HĂ€user von rund 15.000 Menschen ĂŒberfluten und den Fluss auf einer LĂ€nge von 140 Kilometer zu einer stehenden Lache verkĂŒmmern lassen. KrĂ€utler ist Teil der Protestbewegung und kĂ€mpfte bislang erfolgreich an der Seite der Indianer gegen das Projekt. Schon frĂŒher gab es MordanschlĂ€ge gegen ihn, der mutige Bischof ließ sich aber nicht beirren.

Nun fĂ€llt ihm ausgerechnet ein offizieller Vertreter Österreichs in Brasilien in den RĂŒcken. Der Handelsdelegierte Ingomar Lochschmidt bezeichnete KrĂ€utler auf der offiziellen Homepage der Wirtschaftskammer (inzwischen wurde die Attacke deutlich abgeschwĂ€cht) wörtlich als „staatlich geehrten TalartrĂ€ger, der gegen Industrieprojekte wettert und Indianern hilft, sich fernsehgerecht in Szene zu setzen“. Damit gefĂ€hrde er die GeschĂ€fte österreichischer Technologiefirmen.

Eine peinliche und ausschließlich an Profitinteressen orientierte Haltung, unwĂŒrdig fĂŒr einen offiziellen Vertreter Österreichs. Sein RĂŒcktritt wĂ€re die einzig angemessene Reaktion.

10. Dezember 2009

Trostlose Umwelt-Bilanz in der Lobau

2009-12-10T09:52:00+01:0010.12.09, 9:52 |Kategorien: Klima und Umwelt|

Im Nationalparkhaus Lobau hat sich unser gesamter Parlamentsklub gestern an die Besetzung der Hainburger Au vor 25 Jahren erinnert. Mit dabei auch damalige Aubesetzer wie Freda Meissner-Blau und Peter Weihs. Die Ereignisse vor 25 Jahren waren so etwas wie die Geburtsstunde der GrĂŒnen. Nicht zufĂ€llig war Freda ja auch unsere erste Klubobfrau. Ihre Bilanz ist fĂŒr die Regierung und eine 20 Jahre dauernde ÖVP-RessortzustĂ€ndigkeit fĂŒr Umweltschutz allerdings ernĂŒchternd: „Der Einsatz fĂŒr Natur- und Umweltschutz ist heutzutage genauso wichtig wie damals. Österreich ist von einem Umwelt-Musterland zu einem Umwelt-Verschusterland geworden.“ Bewunderswert das Engagement von Freda: Am Abend war ich Gast bei einer Veranstaltung der Jura-Soyfer-Gesellschaft – unter den Besuchern die ĂŒber 80-jĂ€hrige Freda Meissner-Blau.

Eva Glawischnig hat gestern deutlich gemacht, warum wir in die Lobau und nicht nach Hainburg gegangen sind: „Die Lobau haben wir aus aktuellen GrĂŒnden gewĂ€hlt. Wir wollen ja nicht nur an die Ereignisse von vor 25 Jahren erinnern, sondern die aktuelle Bedrohung aufzeigen. Die geplante Lobau-Autobahn ist eine neue Bedrohung fĂŒr die Aulandschaft, gegen die wir ankĂ€mpfen.“

Zur Erinnerung: Umweltminister wĂ€re eigentlich Landwirtschaftsminister Berlakovich. Er ist nicht mehr tragbar. Nur ein Beispiel: Statt des seit Jahren versprochenen Klimaschutzgesetzes macht er auf Kosten der SteuerzahlerInnen eine angebliche „Informationskampagne“. Es ging um die Förderung von privaten Sonnenstromanlagen mit 18 Mio. Euro. Eine Ă€hnliche Aktion im Jahr 2008 war nach wenigen Minuten ĂŒberbucht, das enorme Interesse fĂŒr Photovoltaikanlagen ist offenkundig. Dennoch hat Berlakovich die Aktion mit Inseraten (hauptsĂ€chlich mit seinem Konterfei) um viel Geld bewerben lassen. Die Fördermittel reichten fĂŒr 1.500 Anlagen, schon vor der PR-Kampagne wurden in kĂŒrzester Zeit 9.000 Ansuchen eingereicht. Wir fordern seinen RĂŒcktritt!

WofĂŒr ich stehe?

Ich stehe fĂŒr soziale Gerechtigkeit, bessere Schulen, Klimaschutz, Antirassismus, Integration, Grundrechte und Tierschutz.

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Meine Arbeit

Hier veröffentliche politische Kommentare. Sie erfahren auch alles ĂŒber meine Arbeit aus meiner Zeit im Nationalrat (2008-2017): Reden, AntrĂ€ge und Ausschussarbeit.


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