23. MĂ€rz 2018

Mediale Hetze

2018-05-21T10:27:53+02:0023.03.18, 11:24 |Kategorien: Allgemein, Gesellschaft, Integration, Medien|Tags: |

Was wird im Jahr 2018 in Österreich eigentlich noch als Skandal empfunden? Da muss es offensichtlich schon knĂŒppeldick kommen. Die obige Grafik jedenfalls wohl nicht.

Ich empfinde es jedenfalls als Skandal, was Alexander Pollak, Sprecher der Menschenrechtsorganisation SOS Mitmensch, da aufgedeckt hat: Die „Kronen Zeitung“ mit manipulativer Grafik. Ich kann nur unterstreichen, wie Pollak diesen Skandal kommentiert: „Und nein, ich mag KriminalitĂ€t gar nicht. Ich mag aber auch keine Manipulation durch Medien.“

Das ist ĂŒbrigens kein Einzelfall. Manipulationen werden immer wieder aufgedeckt. So wurden kĂŒrzlich beispielsweise in der „Kronen Zeitung“ aus zwei Bildern eines, um die Lage in Syrien zu dramatisieren. Diese Foto-Manipulation sollte den BĂŒrgerkrieg in Syrien widerspiegeln , wurde vom Tech-Blog „Gizmodo“ international verbreitet („„Krone“ manipuliert BĂŒrgerkriegs-Bilder“). HierfĂŒr hat sich Herausgeber Christoph Dichand immerhin entschuldigt, das wird im obigen Fall wohl nicht der Fall sein. Da gehts ja „nur“ um AuslĂ€nder.

9. Januar 2018

Kickls Facebook-Seite: Hetze und Parteiwerbung auf Staatskosten?

2018-05-21T10:27:53+02:0009.01.18, 11:01 |Kategorien: Medien, Parteien|Tags: , |

Herbert Kickl hat als neuer Innenminister den Schritt in die sozialen Medien getan und am 19. Dezember eine Facebook-Seite online gestellt. Das alleine wÀre wenig bemerkenswert. Ein genauerer Blick darauf eröffnet jedoch Erstaunliches: Der Minister betreibt unverhohlene Parteiwerbung, und seine Seite ist ein Fundus an Hass- und Hetzkommentaren.

 

Offizielle Seite – Parteiwerbung*

Herbert Kickl steht als Minister im Dienst der Republik. Die Mitglieder seines Kabinetts ebenfalls. Einem Minister mĂŒsste klar sein, dass er und sein Team in ihren staatlichen Funktionen Parteiwerbung zu unterlassen haben. Eigenartig, wenn nun ausgerechnet die offizielle Facebook-Seite des Innenministers, in deren Impressum das Kabinett Kickls als Medieninhaber angegeben wird, dazu genĂŒtzt wird, um Werbung fĂŒr die FPÖ zu machen.

Am 5. JĂ€nner teilt Kickls Team ein Posting der FPÖ, in dem mit dem parteieigenen „FPÖ TV“ die gute Stimmung bei der Regierungsklausur in Seggauberg gepriesen wird. Kickls Kommentar: „Ein toller TV-Bericht mit den besten EindrĂŒcken der gestrigen Regierungsklausur auf Schloss Seggau!“

Um Kickls FB-Seite in die GĂ€nge zu bekommen, wird am 6. JĂ€nner ein Gewinnspiel ausgelobt: Wer Kickls Seite likt, könne als Preis beim Neujahrstreffen von „Österreichs patriotischer Regierungspartei“ „am spektakulĂ€ren Einzug“ teilnehmen und „an einem Tisch mit den Spitzenpolitikern der FPÖ“ sitzen. Dass den Innenminister Hinweise einzelner User, das Gewinnspiel verstoße gegen die GeschĂ€ftsbedingungen von Facebook, nicht kĂŒmmern, ist kurios, dass er aber eine offizielle Seite des Innenministeriums fĂŒr Parteiwerbung missbraucht, ist kein Kavaliersdelikt.

Kommentare: Fake, Hass und Hetze

Bedeutend schwerer als die nicht zulĂ€ssige Parteiwerbung wiegt jedoch, dass es dem Minister und seinem Team offenbar nicht gelingt, zwischen einer Seite des Innenministeriums und den parteieigenen bzw. parteinahen FPÖ-Seiten zu unterscheiden: Wer in die Kommentare auf Kickls Seite hineinliest, fĂŒhlt sich unweigerlich in jenes Paralleluniversum blauer WĂ€hlerInnen versetzt, in dem rassistische Hass- und Hetzkommentare und der Ruf nach „Law and Order“ zum dominanten Gedankengut gehören. SpĂ€testens hier ist rechtlich zu prĂŒfen, inwieweit etwa die Ausrufung des Kriegsrechts verlangt werden kann, damit „die Österreicher“ das Problem der „Moslems“, die „sich mit uns im heiligen Krieg“ befĂ€nden, „selber in die Hand nehmen“ könnten. Oder wenn indirekt der ORF als „grĂŒnkommunistisch“ angehauchter „Systempropaganda Sender“ mit „subventionierten Meinungsterroristen“ tituliert wird.

Unwidersprochen bleiben auch lĂ€ngst widerlegte Falschbehauptungen, wie jene, dass seitens der Caritas fĂŒr FlĂŒchtlinge kostenlose Handys zur VerfĂŒgung gestellt wĂŒrden – sogar, wenn UserInnen darauf hinweisen und verlangen, dass einzelnen Darstellungen entgegenzuwirken sei.

Selektive Moderation

An der Seitenmoderation kann es nicht liegen, dass einzelne völlig deplatzierte Kommentare stehen bleiben, denn da wird durchaus eingegriffen. Auf Kickls Seite finden sich unzĂ€hlige Kommentare, die offenbar nur verborgen und nicht endgĂŒltig gelöscht wurden. Diese Kommentare bleiben fĂŒr die VerfasserInnen und deren „Freunde“ sichtbar, die AutorInnen merken also in der Regel nicht, wenn ihre Kommentierungen fĂŒr die breite Allgemeinheit unsichtbar sind. Aber warum bedient sich Kickls Team offenbar sehr gerne dieses Features? Weil die Kommentare nicht ins (partei)politische Weltbild des Innenministers passen? Oder weil sie so schlimm sind, dass sie auf Kickls Seite keinen Platz finden sollten? Im zweiteren Fall wĂ€ren die Kommentare zu löschen, und es wĂ€re gegebenenfalls Strafanzeige zu erstatten.

Wo bleibt der Rechtsstaat?

Es gehört zur Aufgabe eines funktionierenden Rechtsstaats, darauf zu achten, dass sich wenigstens staatliche Institutionen an vorgegebene Spielregeln bzw. Gesetze halten. Hochproblematisch ist, wenn der Innenminister als eines der wichtigsten Aufsichtsorgane der Exekutive, die Regeln selbst bricht. Kickls „Aufpasserin“ im Innenministerium, StaatsekretĂ€rin Karoline Edtstadler, sollte nicht zuletzt als Juristin und Menschenrechtsexpertin dem Minister und dessen Kommunikationschef Alexander Höferl schnell vermitteln, dass ein Innenministerium in diesem Staat weder ein verlĂ€ngertes Parteiorgan der FPÖ noch eine Ersatz- oder KomplementĂ€rplattform fĂŒr „unzensuriert“ oder andere Hetz- und Fakeplattformen ist.

Einschreiten sollte auch Justizminister Josef Moser, denn der hatte 2005 in seiner Funktion als RechnungshofprĂ€sident der damaligen ÖVP-BZÖ-Regierung ausgerichtet: „Parteipolitische Werbung sei bei Informations- und Werbemaßnahmen aus Haushaltsmitteln zu unterlassen, der ‚Eindruck einer werbenden Einflussnahme zugunsten einer Partei’ sollte vermieden werden. Besonders heikel sind nach Ansicht der PrĂŒfer Werbemaßnahmen ‚in der engeren Vorwahlzeit’.“ In den kommenden Wochen und Monaten stehen gleich fĂŒnf WahlgĂ€nge an.

*Die Screenshots wurden zwischen dem 7. und 9.1.2018 erstellt.

24. Februar 2017

Endlich gerichtlich geklĂ€rt: FPÖ haftet fĂŒr Hasspostings

2017-02-27T10:17:27+01:0024.02.17, 12:09 |Kategorien: Geschichte und Rechtsextremismus, Gesellschaft, Medien, Nationalrat|Tags: , , |

FĂŒr die FPÖ und ihren Chef Heinz-Christian Strache wird es langsam eng. Sie versucht seit langem, eine „digitale Parallelwelt“ zu errichten. Die eigene AnhĂ€ngerschaft soll nur ĂŒber eigene Medien informiert werden â€“Â ĂŒber FPÖ-TV, Facebook-Seiten etc. In diesen medialen blauen „Echo-Kammern“ gibt es naturgemĂ€ĂŸ eine Radikalisierung, Andersdenkende werden nicht nur ĂŒbelst beschimpft, sondern sogar bedroht. Das Ganze lĂ€uft der FPÖ aus dem Ruder.

Nun hat auch der Oberste Gerichtshof (OGH) fĂŒr Klarheit gesorgt und festgestellt: Die FPÖ haftet als Host-Provider fĂŒr einen Inhalt, der von Dritten auf der Facebook-Seite von Strache veröffentlicht wurde („Hassposting: FPÖ-Klub haftet als „Host-Provider“). Bitter fĂŒr die blauen Herrschaften: Zuletzt haben sie beim Höchstgericht im umgekehrten Fall eine Niederlage erlitten.

Zum konkreten Fall: Auf Straches Facebook-Seite wurde nach den Sprengstoffanschlag von Ansbach in Bayern folgender Kommentar gepostet: „Was meint der enthirnte grĂŒne Psychopath Walser dazu???“

Ich habe die FPÖ nachweislich kurz nach Erscheinen des Kommentars aufgefordert, diesen zu löschen, weil er strafbare Inhalte transportiert. Dem ist die FPÖ lange Zeit nicht nachgekommen, erst als die Sache gerichtsanhĂ€ngig wurde, hat man sich zur Löschung entschlossen.

Zu spĂ€t. Wie nicht nur ich, sondern auch die Justiz befindet. Das Urteil ist wichtig: Gerichtlich wird festgehalten, dass der Betreiber einer Facebook-Seite auch fĂŒr die Inhalte haftet, die auf seiner Seite von Fremden getĂ€tigt werden. Auch Facebook-Seiten und -Profile sind keine rechtsfreien RĂ€ume und unterliegen dem E-Commerce-Gesetz. Die FPÖ betreibt seit Jahren rechts-rechte Echo-Kammern, um die eigene AnhĂ€ngerschaft exklusiv mit „Informationen“ zu versorgen. Alles andere wird im Blau-Sprech zur „LĂŒgenpresse“. Das enthemmt viele, sodass der Ton der Postings und die AggressivitĂ€t der Poster kaum mehr zu bremsen sind.

Wir werden die blauen Herrschaften auch in Zukunft nicht aus ihrer Verantwortung entlassen.

WofĂŒr ich stehe?

Ich stehe fĂŒr soziale Gerechtigkeit, bessere Schulen, Klimaschutz, Antirassismus, Integration, Grundrechte und Tierschutz.

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Meine Arbeit

Hier veröffentliche politische Kommentare. Sie erfahren auch alles ĂŒber meine Arbeit aus meiner Zeit im Nationalrat (2008-2017): Reden, AntrĂ€ge und Ausschussarbeit.


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