Der Terror, Lopatka und unser Wertesystem!
So schnell konnte man gar nicht schauen, wie die Instrumentalisierung des Terrors begonnen hatte. Die Polen wollen FlĂŒchtlinge nur noch dann aufnehmen, wenn sie âSicherheitsgarantienâ bekommen. Von wem bitte? Viele andere â bis hin zum deutschen BundesprĂ€sidenten â sprechen von âKriegâ. Es handelt sich aber nicht um Krieg, sondern um ein verabscheuungswĂŒrdiges Verbrechen, es handelt sich offensichtlich um organisierte Schwerstkriminelle, denen das blutige Handwerk gelegt werden muss. Die Polizei ist gefordert, nicht das MilitĂ€r.
Und auch im Inland sind die rechten Herrschaften schon eifrig daran, den Rechtsstaat infrage zu stellen. Dass Herr Strache daran Gefallen findet, wenn die Bundesregierung gesteinigt wĂŒrde â geschenkt. Es geht aber â wenig ĂŒberraschend â tief in die ĂVP hinein. Deren Klubobmann Reinhold Lopatka entblödet sich nicht, die FPĂ vorauseilend rechts zu ĂŒberholen und twittert: âLeider schrĂ€nkt der notwendige Kampf gegen den Terror auch unsere BĂŒrgerrechte ein.â Nur so könne man bei uns Tote verhindern.
Herr Lopatka: Die Methoden aus den Jahren 1933/34 haben Ăsterreich schnurstracks in den Nationalsozialismus gefĂŒhrt. Versuchen Sie doch eine einfache Methode: den Rechtsstaat zur Anwendung zu bringen. Wie wĂ€re es ĂŒbrigens, wenn die ĂVP die Förderung des âWahhabitischen Zentrums in Wienâ einstellen wurde. Immerhin ist Saudi-Arabien jener Staat, aus dem die meisten Terroristen stammen, ein Staat, in dem schon mal der GroĂmufti zur Zerstörung christlicher Kirchen aufruft, wo Menschen ausgepeitscht werden, man HĂ€nde abhackt und der Abfall vom ârichtigen Glaubenâ mit der Todesstrafe bedroht ist.
Nein, Herr Lopatka, unsere Antwort auf den Terror ist nicht die EinschrĂ€nkung der BĂŒrgerrechte, sondern deren konsequente Umsetzung. Zu unserem Wertesystem gehören Demokratie, PluralitĂ€t, Offenheit und Toleranz. Nichts davon ist verhandelbar. So sah das beispielsweise auch der norwegische Premierminister Jens Stoltenberg nach den schrecklichen AnschlĂ€gen in Oslo und auf UtĂžya: âIhr werdet unsere Demokratie und unser Engagement fĂŒr eine bessere Welt nicht zerstören.â Norwegen werde nicht aufhören, zu seinen Werten zu stehen. Das ist auch heute die richtige Botschaft!
Gemeinsam mit İnci Dirim, Professorin fĂŒr âDeutsch als Zweitspracheâ an der UniversitĂ€t Wien, habe ich heute in einer Pressekonferenz unsere VorschlĂ€ge zur schulischen Integration von FlĂŒchtlingskindern vorgestellt. Derzeit geht man im Ministerium davon aus, dass etwa 5.000 FlĂŒchtlingskinder integriert werden mĂŒssen. Die Zahl ist jedoch ausgehend von den SchĂ€tzungen in Deutschland sehr niedrig gegriffen.
Ein genaueres Hinschauen auf die Sprache und den öffentlichen Diskurs ĂŒber ein Thema ist meist erhellend. Schon eine oberflĂ€chliche Analyse eines GesprĂ€chs unserer Innenministerin Johanna Mikl-Leitner mit dem Schriftsteller Ilija Trojanow und dem âStandardâ ĂŒber FlĂŒchtlinge, Ăngste und Macht (â