27. Februar 2024

Maria Stromberger: Theaterpremiere und Lesung

2024-02-27T14:19:42+01:0027.02.24, 14:09 |Kategorien: Allgemein|Tags: , , , , |

Am Samstag, 2. MĂ€rz, findet im Vorarlberger Landestheater die UrauffĂŒhrung eines StĂŒcks ĂŒber die NS-WiderstandskĂ€mpferin Maria Stromberger – aber auch gegenwĂ€rtige rechtsextreme Tendenzen – statt. Stromberger hat sich bekanntlich in Auschwitz der dortigen Widerstandsgruppe angeschlossen und nur mit viel GlĂŒck ĂŒberlebt. Das StĂŒck von Gerhild Steinbuch hat sehr aktuelle BezĂŒge: Stromberger oder Bilder von Allem

Weitere Vorstellungen:

Di, 05.03.2024, 19.30 Uhr
Do, 21.03.2024, 19.30 Uhr
Sa, 23.03.2024, 19.30 Uhr
Fr, 05.04.2024, 19.30 Uhr
So, 07.04.2024, 19.30 Uhr
Wer mehr ĂŒber das Leben und Wirken dieser außergewöhnlichen Frau erfahren will, den darf ich zu meiner Lesung in der Buchhandlung Arche in Bregenz (Rathausstraße 25) einladen: Dienstag, 5. MĂ€rz, 19:00 Uhr (um Anmeldung wird gebeten: 05574/48892 oder rechnung@archebuch.at)
14. Februar 2024

„Zerbröselt“ die EU?

2024-02-15T11:55:21+01:0014.02.24, 14:55 |Kategorien: Arbeit und Wirtschaft|Tags: , |

Was hat das vor allem von Deutscland, aber auch von Österreich verursachte Scheitern der sogenannten „EU-Lieferkettenrichtlinie“ am vergangenen Freitag mit dem Vorarlberger WĂ€scheherstellers Huber Holding AG zu tun? Mehr als man glaubt. Zudem ist es verantwortungslos, dass LĂ€nder wie Deutschland und Österreich mit falschen Argumenten die EU vor gewaltige Probleme stellen. Unter dem Titel „’Zerbröselt‘ die EU?“ habe ich dazu in einem Kommentar in den Vorarlberger Nachrichten Stellung bezogen. Hier zum Nachlesen:

FĂŒr ĂŒberzeugte EuropĂ€er war das vergangene Wochenende frustrierend. In populistischer Manier wurde wieder einmal eine wichtige Maßnahme zu Fall gebracht – die sogenannte „Lieferkettenrichtlinie“. Der Vorgang ist in mehrfacher Hinsicht bemerkenswert, einerseits weil nicht die â€žĂŒblichen VerdĂ€chtigen“ wie Viktor OrbĂĄn als Blockierer unterwegs waren, sondern LĂ€nder wie Deutschland und leider auch Österreich. Andererseits wegen des Inhalts der Richtlinie, deren Bedeutung ja nicht zuletzt die aktuelle Meldung rund um den Vorarlberger WĂ€schehersteller Huber Holding AG zeigt.

Ungeregelte Lieferketten

Die Lieferkettenrichtlinie soll dafĂŒr sorgen, dass bei internationalen Handelsbeziehungen Umweltstandards und Menschenrechte eingehalten werden. Gleiche Spielregeln fĂŒr alle liegen eigentlich auch im Interesse der Firmen, denn immer wieder haben in der Vergangenheit Skandale ĂŒber unmenschliche Arbeitsbedingungen in den HerkunftslĂ€ndern bestimmter Zulieferer zutage gefördert und große Konzerne in Schwierigkeiten gebracht.

Man denke etwa an die verheerende Brandkatastrophe vor eineinhalb Jahren in einer Fabrik in Bangladesch mit fast 50 Toten und etwa 200 zum Teil schwer verletzten Menschen. Dabei gelangten hochgiftige Chemikalien in die GewÀsser und vergifteten die Umwelt. Daraufhin wurden unmenschliche Arbeitsbedingungen publik und europÀische Konzerne wie Benetton oder Kik erlitten gewaltige Imageverluste.

Es braucht Regeln

Schon damals war klar: Es braucht Regeln, an die sich alle halten mĂŒssen. In der EU begannen mĂŒhsame Verhandlungen, die mit sachlich tragbaren Kompromissen endeten.

Doch kurz vor der geplanten Beschlussfassung am letzten Freitag war die notwendige Mehrheit plötzlich infrage gestellt, denn vor allem Deutschland – aber eben auch Österreich – wollten nicht mehr zustimmen. Der deutsche Finanzminister Christian Lindner ortete auf einmal „unverhĂ€ltnismĂ€ĂŸige BĂŒrokratie“.

Das ist Populismus pur, denn es braucht bĂŒrokratische Kontrollen, etwa wenn es um den Schutz von Mensch und Umwelt vor gefĂ€hrlicher Profitgier geht. Oder bezweifelt heute noch jemand, dass beispielsweise die Fahrzeiten fĂŒr Bus- oder LKW-Chauffeure begrenzt und kontrolliert werden mĂŒssen? Ähnliches gilt fĂŒr die Lebensmittelkontrolle oder generell fĂŒr den Arbeits- und Verbraucherschutz.

„German Vote“

Der RĂŒckzieher am Freitag war nicht der erste Querschuss des nördlichen Nachbarn. In der EU gibt schon einen Begriff fĂŒr deutsche UnverlĂ€sslichkeit bei Abstimmungen: „German Vote“. Was denken sich da jene Staaten, die zuvor eigene Interessen zurĂŒckgestellt und zu Kompromissen bereit waren? Wie werden sie kĂŒnftig bei Verhandlungen agieren?

Wer innerhalb der EU handelt wie zuletzt Deutschland und Österreich schwĂ€cht die EU zu einem Zeitpunkt, an dem sie eigentlich gestĂ€rkt werden sollte. Wir brauchen in dieser schwierigen Zeit ein starkes und einheitliches statt eines „zerbröselnden“ Europa. Ein verlĂ€ssliches Deutschland ist da unabdingbar!

1. Februar 2024

„Blaues Wunder?“

2024-02-01T09:46:05+01:0001.02.24, 9:45 |Kategorien: Geschichte und Rechtsextremismus|

Wie weit wird der Vormarsch von Rechtsextremen und Rechtspopulisten in der westlichen Welt noch gehen? Wie weit in Österreich? Erleben wir „Blaues Wunder?“ Unter dem Titel habe ich in den Vorarlberger Nachrichten einen Kommentar verfasst. Hier zum Nachlesen:

In der Steiermark tut sich was. Laut einer „Standard“-Umfrage kĂ€me – Ă€hnlich wie auf Bundesebene –die FPÖ mit 26 Prozent der Stimmen auf Platz 1, gefolgt von der SPÖ mit 24 und der Landeshauptmann-Partei ÖVP mit 20 Prozent der Stimmen. Auf Platz vier liegt die KPÖ, gefolgt von GrĂŒnen und Neos.

Das Erstaunliche: Die FPÖ wird in der Steiermark derzeit gebeutelt von einer ganzen Reihe von Korruptionsskandalen. Es geht um ungeklĂ€rte Barabhebungen – in einem Fall von 350.000 Euro. Es gibt inzwischen Selbstanzeigen, einen freiwilligen RĂŒcktritt und Ermittlungen gegen zumindest neun Beschuldigte. Betroffen sind insbesondere die Grazer Stadtpartei, aber auch die Landespartei inklusive Landesparteivorsitzendem Mario Kunasek. NatĂŒrlich gilt fĂŒr alle die Unschuldsvermutung.

Keine Unschuldsvermutung

Keine Unschuldsvermutung gilt fĂŒr die WĂ€hlerinnen und WĂ€hler, denn sie wissen von den VorwĂŒrfen. 56 Prozent der steirischen Wahlberechtigten bezeichnen die Freiheitlichen als eher korrupt, nur 14 Prozent glauben, sie sei sauber. Selbst in der dezidierten FPÖ-WĂ€hlerschaft hĂ€lt nur jeder Zweite die Partei fĂŒr sauber.

Die politische Mitte und die demokratische Linke auf der ganzen Welt zeigen sich eher ratlos: Wie umgehen mit Populisten und Rechtsextremen? In Deutschland diskutiert man ein Verbot der AfD. Damit aber wird man dem PhÀnomen wohl nicht den Boden entziehen können. Es herrscht weitgehend Ratlosigkeit.

Kein regionales PhÀnomen

Viele Menschen halten offenkundig nicht mehr viel von bĂŒrgerlichen Tugenden wie AnstĂ€ndigkeit und Unbestechlichkeit. Der Beliebtheit von Donald Trump tun die unzĂ€hligen Skandale und VorwĂŒrfe – von Steuerhinterziehung ĂŒber Vergewaltigung bis zu einem versuchten Staatsstreich – trotz teilweise bereits rechtskrĂ€ftiger Verurteilungen keinen Abbruch. Eher im Gegenteil.

In Deutschland sind die Staatsanwaltschaften seit Jahren mit Ermittlungen gegen eine Reihe von FunktionĂ€rinnen und FunktionĂ€ren der AfD beschĂ€ftigt. In Umfragen legt die Partei dennoch zu. Und Viktor OrbĂĄn hat Ungarn stramm in Richtung autoritĂ€rer Staat gefĂŒhrt und wurde kĂŒrzlich wiedergewĂ€hlt.

In Österreich sieht Herbert Kickl daher keinen Grund, die offenkundige Korruption in seiner Partei zu bekĂ€mpfen oder seinen rechtsextremen Kurs inklusive UnterstĂŒtzung der „IdentitĂ€ren“ zu beenden. In der Steiermark erhielten diese sogar finanzielle Zuwendungen durch die FPÖ. Gut möglich, dass wir hierzulande nach den nĂ€chsten Wahlen ein „blaues Wunder“ erleben werden.

Immerhin: Zuletzt demonstrierten in Deutschland Millionen gegen den rechten Radikalismus, gegen Antisemitismus, Rassismus und AuslĂ€nderfeindlichkeit. Auch in Österreich gingen in den grĂ¶ĂŸeren StĂ€dten Zehntausende auf die Straßen. Organisiert wurden die Demonstrationen von einem breiten zivilgesellschaftlichen BĂŒndnis, von kirchlichen Einrichtungen, von Gewerkschaften, von konservativen und linken Parteien.

Man darf gespannt sein, ob dadurch das gesellschaftliche Klima verÀndert werden kann.

WofĂŒr ich stehe?

Ich stehe fĂŒr soziale Gerechtigkeit, bessere Schulen, Klimaschutz, Antirassismus, Integration, Grundrechte und Tierschutz.

Hier erfahren sie mehr


Meine Arbeit

Hier veröffentliche politische Kommentare. Sie erfahren auch alles ĂŒber meine Arbeit aus meiner Zeit im Nationalrat (2008-2017): Reden, AntrĂ€ge und Ausschussarbeit.


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