19. Juli 2016

TTIP-Propaganda und Lobbyismus an Österreichs Schulen‹

2016-07-19T13:27:19+02:0019.07.16, 11:26 |Kategorien: Bildung|Tags: , , , , |

lobbyismusIm Mai wurde mir von empörten Eltern zugetragen, dass im Rahmen der Aktion „Europa an Deiner Schule“ an einem Wiener Gymnasium eine TTIP-PropagandabroschĂŒre von einer Mitarbeiterin des Außenministeriums kommentarlos an die SchĂŒlerInnen verteilt wurde. Die QualitĂ€t der BroschĂŒre ist unterirdisch und widerspricht den allgemeinen Unterrichtszielen diametral, soferne die Inhalte im Unterricht nicht kritisch aufgearbeitet werden – und genau diese kritische Besprechung ist nicht passiert.

Ich habe dazu eine Anfrage an das Bildungsministerium gestellt – die Antwort ist gestern gekommen: Sie enthĂ€lt ein unbefriedigendes GeschwurbelÂ ĂŒber die Ziele der Aktion, in deren Rahmen diese BroschĂŒre verteilt wurde, trĂ€gt aber leider nichts zu einer AufklĂ€rung bei. Die vom Ministerium formulierten hehren Unterrichtsziele und Möglichkeiten einer sinnvollen Unterrichtsgestaltung, die den Namen „Politische Bildung“ verdient, wurden im gegenstĂ€ndlichen Fall ignoriert. Daraus sind daher Konsequenzen zu ziehen, denn Lobbyismus, der einseitige Meinungsmache zugunsten einzelner Interessensgruppen betreibt, hat an Österreichs Schulen nichts zu suchen.

In diesem Zusammenhang verweise ich auf ein generell gröberes Problem: In der PISA-Studie 2006 wurde festgestellt, dass Österreich das Land ist, in dem der Einfluss von Wirtschaft und Industrie auf die Lehrinhalte in den Schulen von allen untersuchten Staaten am grĂ¶ĂŸten ist. Mir ist nicht bekannt, dass daraus auch nur geringste Konsequenzen gezogen wurden. Hier besteht also riesiger Handlungsbedarf seitens des Bildungsministeriums, was sich nicht zuletzt an der von mir beanstandeten TTIP-Propaganda gezeigt hat.

Wollen wir kritische BĂŒrgerInnen haben, muss die Arbeit zuvor an unseren Schulen geleistet werden. Und die besteht zweifellos nicht darin, bei Aktionen Verblödungsmaterial samt EU-Kapperl auszuteilen. Und einmal mehr zeigt sich, wie notwendig es ist, endlich ein Fach „Politische Bildung“ mit speziell ausgebildeten LehrkrĂ€ften einzufĂŒhren.

Tipp: Hier gibt es ein deutsches Diskussionspapier ĂŒber Lobbyismus und Einflussnahme auf den Unterricht und was man dagegen tun kann.

9. Juli 2016

Zentralmatura – es gibt einiges zu tun, Frau Ministerin!

2016-07-07T20:10:26+02:0009.07.16, 15:44 |Kategorien: Bildung, Nationalrat|Tags: |

In einer sogenannten „Aktuellen Stunde“ haben wir die Bildungsministerin gezwungen, im Nationalrat zu den Problemen bei der Zentralmatura Stellung zu beziehen.

In meiner Rede bin ich ein bisschen sauer geworden: Die SPÖ-Bildungssprecherin Elisabeth Grossmann hat uns GrĂŒnen vorgeworfen, wir hĂ€tte nur die Absicht, die Ministerin „anzupatzen“. Heuer hatten bei der schriftlichen ReifeprĂŒfung in Mathematik österreichweit etwa 22 Prozent der AHS-Maturanten ein „Nicht genĂŒgend“, im Vorjahr waren es nur rund 10 Prozent. Darf man da bitte ĂŒber die Ursachen diskutieren?

Wir werden, das garantiere ich, das Thema im Herbst auch ohne sozialdemokratische Erlaubnis erneut zur Sprache bringen!

 

5. Juli 2016

GrĂŒnes „Sommerlabor 2016“ in Kapfenberg

2016-07-02T18:32:21+02:0005.07.16, 13:31 |Kategorien: Allgemein, Arbeit und Wirtschaft, Bildung, Gesellschaft, Integration, Klima und Umwelt, Parteien|Tags: |

Sommerlabor
Aushöhlung des Sozialstaates, Ausschluss breiter Gesellschaftsteile von politischen Entscheidungen, AusteritĂ€tspolitik gegen ökonomisch schwĂ€chere Staaten. Eine kleine elitĂ€re Gruppe, die bestimmt und gewinnt, wĂ€hrend die große Mehrheit immer weiter an den Rand gedrĂ€ngt wird – unter der neoliberalen Parole „There is no alternative“!
Von dieser Entwicklung profitieren in Europa vor allem rechtsextreme und rechtspopulistische Parteien.

Im Sommerlabor 2016 gehen wir der Frage nach, wie progressive KrĂ€fte wieder Geschichte schreiben können. Warum ist vielen emanzipatorischen Bewegungen die Luft ausgegangen? Wie und wann können Demonstrationen statt leeres Ritual wieder ein politisches Kampfmittel sein und etwas bewirken? Was muss sich an der Funktionsweise politischer Parteien Ă€ndern? Wie können wir eine „Demokratie von Unten“ verwirklichen?

Das Sommerlabor der GrĂŒnen Akademie ist bereits ausgebucht!

TagesgĂ€ste können sich aber noch anmelden fĂŒr:

Samstag, den 9.7. von 10.45 – 13.00

Ich wurde eingeladen, die einleitende Rede zu halten. Dann gibt es ein „Big Picture“ mit

  • Birgit Mahnkopf, Professorin fĂŒr Gesellschaftspolitik an der Hochschule fĂŒr Wirtschaft und Recht, Berlin
  • Meropi Tzanetakis, Senior Researcher am Wiener Zentrum fĂŒr
    sozialwissenschaftliche Sicherheitsforschung
  • Tobias Neef, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut fĂŒr Demokratieforschung, Göttingen
  • Merijn Oudenampsen, Soziologe und Publizist, Amsterdam
  • Lukas Oberndorfer, wissenschaftlicher Mitarbeiter der AK fĂŒr EU und Internationales, Wien

Moderiert wird die Veranstaltung von der DiversitÀtsfachfrau Edith Zitz.

WofĂŒr ich stehe?

Ich stehe fĂŒr soziale Gerechtigkeit, bessere Schulen, Klimaschutz, Antirassismus, Integration, Grundrechte und Tierschutz.

Hier erfahren sie mehr


Meine Arbeit

Hier veröffentliche politische Kommentare. Sie erfahren auch alles ĂŒber meine Arbeit aus meiner Zeit im Nationalrat (2008-2017): Reden, AntrĂ€ge und Ausschussarbeit.


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