soziale-durchmischung_schulenDie von mir seit Jahren geforderte indexbasierte Mittelzuteilung („Mehr Geld für Problemschulen!“) bekommt Rückenwind!

Die Arbeiterkammer hat diese Woche eine unterstützenswerte Initiative gestartet: Schulen mit besonderen Herausforderungen sollen mehr Geld erhalten. Oder, um es mit den Worten von AK-Präsident Rudolf Kaske zu sagen: „Kurz gefasst, wollen wir einfach mehr Mittel für Schulen mit vielen Kindern, denen die Eltern keine teure Nachhilfe zahlen können.“

Die Forderung ist berechtigt, denn immerhin hat jede sechste Schule in Österreich hat einen hohen Anteil an SchülerInnen mit mehr Förderbedarf, als es Schulen derzeit bieten können. Die Verteilung dieser Schulen verweist zudem auf ein Riesenproblem, wie das Ergebnis der Studie zeigt: 64 Prozent der AHS-Unterstufen haben eine hohe Konzentration an SchülerInnen ohne umfassenden Förderbedarf, aber nur 0,7 Prozent der NMS-Standorte weisen diese günstigen Voraussetzungen auf. Mehr als doppelt so viele NMS-Standorte haben erhöhten Förderbedarf als AHS-Standorte.

Wie wir einen entsprechenden „Chancenindex“ und daraus folgernd eine sozialindexierte Mittelzuteilung gestalten, muss allerdings genau durchdacht werden, denn es gibt immer mehrere Faktoren, die Kinder aus benachteiligten Familien auch in der Bildungslaufbahn bremst. So steigert etwa die zu frühe Trennung der Kinder mit neuneinhalb Jahren das Problem, da Kindern keine Zeit für ihre Entwicklung und das Aufholen von sprachlichen und anderen Defiziten gegeben wird. Auch unsere weitgehende Halbtagsschule ist ein Faktor, wenn Kinder etwa in überbelegten Wohnungen lernen sollen. Die Bildungsbenachteiligung wird ebensoverstärkt, wenn ein geringes Haushaltseinkommen in einem Schulsystem auf ein de facto fast unumgängliches privates und teures Nachhilfesystem trifft.

Der Ansatzpunkt der AK ist also richtig, vor einem alleinigen Ansetzen am Geld allerdings würde ich – Stichwort „Gemeinsame Schule“ – warnen. Zudem ist dem AK-Bildungsexperten Vucko Schüchner zuzustimmen, wenn er darauf hinweist, dass zusätzliche Mittel alleine noch nichts bewirken, wenn sich die einzelnen Schulstandorte nicht auch schulspezifische Ziele für die Weiterentwicklung setzen.

 

Für die „Grüne Schule“ gilt: „Kein Kind zurücklassen!“