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24. Juni 2019

Stunde der Heuchler?

24.06.19, 12:14 |Categories: Gesellschaft|Tags: , |

In den „Vorarlberger Nachrichten“ habe ich den Auftritt von Sebastian Kurz in der Wiener Stadthalle vor etwa 10.000 „Erweckten“ kommentiert: „Stunde der Heuchler?

Der Vorgang hat ja auch eine grundsätzliche Komponente. Es stellt sich die Frage: Wohin driftet die ÖVP?

Rechte Fundamentalisten versuchen schon länger, in der Partei Fuß zu fassen. So war es natürlich kein Zufall, dass im Schlepptau von Kurz mit der Nationalratsabgeordneten Gudrun Kugler eine zentrale Figur dieser Szene bei dem Spektakel in der Stadthalle mit dabei war. Die katholische Fundamentalistin will schon mal Homosexuelle therapieren und schwafelte von einem „Bürgerkrieg gegen ungeborene Kinder“ in Österreich.

Hier der gesamte Text als PDF-Datei.

18. Juni 2019

Sektenspektakel mit Kurz

18.06.19, 9:32 |Categories: Gesellschaft|Tags: , |

Man darf annehmen, dass sich ein österreichischer Bundeskanzler informiert, wenn er eingeladen wird. Wer lädt ein? Welche Organisation ist das?

Vor einem halben Jahr wurde der damaligen Bundeskanzler Sebastian Kurz eingeladen. Und es war klar, wer der Einladende ist. Es handelt sich um einen einstigen Drogendealer, der in einem Nachtklub Jesus begegnet sein will und später auf dem ehemaligen NS-Reichsparteitagsgelände Visionen „europäischer Gesichter“ hatte: „Norweger mit blonden Haaren und blauen Augen – Spanier, Deutsche. Ich sah all diese Europäer in diesem Feld stehen.“ „Gott“, so meint er, wollte, dass er „Europa zurückhole“.

Also lud er Sebastian Kurz zu seinem Spektakel in die Wiener Stadthalle. Und siehe: Sebastian kam. Besonders verstörend: Auch Kardinal Christoph Schönborn scheint kein Problem damit zu haben, sich mit diesem Herrn auf der Bühne vor 10.000 Menschen als Teil einer sektengleichen Show zu inszenieren.

Während Kurz auch im Nachhinein kein kritisches Wort fand, scheint man in der Diözese Wien doch Zweifel an der Sinnhaftigkeit des Kardinal-Besuchs bekommen zu haben: Die Sicht der Veranstalter, man müsse Europa vom Islam zurückholen, teile man nicht.

Dass es zu einem Sektenspektakel mit zehntausend „Erweckten“ kam, die beide Hände in die Höhe halten und für Sebastian Kurz beteten: „Vater, wir danken dir für diesen Mann.“ Angesichts des verstörten Gelächters über den Messias Kurz im Internet, will der Altkanzler vom Prozedere auf dieser Veranstaltung nichts gewusst haben. Ein damals amtierender Kanzler informiert sich nicht über eine Veranstaltung, auf die er eingeladen ist? Niemand aus seinem Stab fragt nach, was da geplant ist? Welche Rolle er spielt?

Caritas-Direktor Michael Landau wenigstens sprach deutliche Worte an den jungen Altkanzler und seinen Kardinal: „Du aber, wenn du betest, geh in deine Kammer, schließ die Tür zu; dann bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist! … Von Stadthalle steht da nichts.“

Schon länger versuchen extrem rechte Fundamentalisten, in der ÖVP Fuß zu fassen. Ich habe schon vor einiger Zeit auf diese Entwicklung hingewiesen. Die ÖVP-Nationalratsabgeordnete Gudrun Kugler spielt dabei eine zentrale Rolle. Sie war mit Kurz auf diesem Event („ÖVP im Schlepptau katholischer Fundis!“).

Das Netz macht sich lustig über Sebastian Kurz. Verständlich. Aber eigentlich ist das gar nicht lustig. Hoffentlich ein kurzes Sektenspektakel!

Meinen herzlichen Dank für die sehr gelungene Fotocollage an Jörg Vogeltanz.

16. Mai 2019

Rechtsextremismus und der Gewöhnungseffekt

16.05.19, 10:06 |Categories: Geschichte und Rechtsextremismus, Gesellschaft|Tags: , |

Wir alle spüren es: Das schleichende Gift rechtsextremer Menschenverachtung dringt in alle Poren unserer Gesellschaft.

Umso wohltuender ist es, wenn fallweise Exponenten des Staates Klartext sprechen und die liberale Demokratie verteidigen. Nein, leider: Ich spreche nicht von Österreich. Ich spreche von Deutschland.

Der deutsche Verfassungsschutzpräsident Thomas Haldenwang – übrigens CDU-Mitglied – hat eine Warnung ausgesprochen. Er muss wissen, wovon er spricht: Der Rechtsextremismus in seinem Land habe eine neue Dynamik erhalten. Er verweist vor allem auf die Entwicklung in Ostdeutschland: „Ich denke da vor allen Dingen an eine sehr intensive Vernetzung, ich denke da an Fake News und falsche Propaganda. Ich denke da an massive Gewalt auf den Straßen.“

Er skizzierte in einem TV-Interview die besorgniserregende Entwicklung, dass sich aus gewalttätigen Gruppen, „die SA-mäßig durch die Straßen marschieren – uniformiert mit Fahnen, Trommelschlag und Fackeln“, kleine Terrorgruppen bilden (Haldenwang warnt vor „neuer Dynamik“ im Rechtsextremismus).

Noch gefährlicher – und da sind wir leider mitten in der österreichische Entwicklung – sei aber der „intellektuelle Rechtsextremismus“. Bei „intellektuell“ und „rechtsextrem“ müssen ja nicht gleich an den niederösterreichischen FPÖ-Landesrat Waldhäusl denken, sehr wohl aber an das aus Identitären und Burschenschaftern bestehende FPÖ-Umfeld.

Und an Österreich denken muss man ganz massiv vor allem dann, wenn Haldewang davor warnt, dass Menschen aus der bürgerlichen Mitte der Gesellschaft mit Rechtsextremen zusammenarbeiten. Haldewang spricht von einer „Mobilisierung durch Normalisierung“. Dass so etwas gar auf Regierungsebene möglich ist, daran muss Haldewang in Deutschland hingegen nicht denken.

Diese „Mobilisierung“ betreibt in Österreich natürlich vor allem die FPÖ, über die der Dichter Franzobel sehr präzise sagt: „Das ist eine Partei bewusster Grenzüberschreitungen. Nach außen gibt man sich staatstragend, und dahinter wird versucht, das Unmanierliche gesellschaftsfähig zu machen.“

Da passt es natürlich gut ins Bild, wenn Österreichs bekanntester Neonazi in einem Intervie mit einem deutschen Magazin namens „N.S. Heute“ über den österreichischen Vizekanzler brisante Details in der Hinterhand hat („Küssel über Strache: „Da gab es einige lustige Auftritte““). Ich zweifle nicht daran. Die zwei kennen sich aus früheren Zeiten ja sehr gut.

Bezeichnend ist, dass bei uns aufrechte ÖVPler wie der ehemalige Vizekanzler Reinhold Mitterlehner ganz ähnlich argumentieren wie Haldewang oder Franzobel, aber kaum mehr gehört werden. Die „bürgerliche Mitte“ ist in Österreich leider schon massiv geschrumpft.