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24. Februar 2020

Österreichs Flüchtlingspolitik

24.02.20, 8:58 |Categories: Gesellschaft, Integration|Tags: , , |

In den „Vorarlberger Nachrichten“ habe ich Österreichs Positionierung zur EU-Mission „Sophia“ und zur Flüchtlingsthematik insgesamt kommentiert. Mein Resümee: eine Peinlichkeit!

Die EU-Mission „Sophia“ hat im Mittelmeer seit Juni 2015 knapp 50.000 Menschen vor dem Ertrinken gerettet. Zudem sollte sie den illegalen Waffenhandel überwachen. Nun musste sie beendet werden. Eine Verlängerung scheiterte vor allem an Österreich.

Warum sind Sebastian Kurz & Co. dagegen? Sie befürchten einen „Pull-Effekt“ und glauben, afrikanische Flüchtlinge machten sich deshalb auf den lebensgefährlichen Weg über das Mittelmeer, weil dort vereinzelt EU-Schiffe patrouillieren, die sie dann retten. Eine gewagte These, die – wie ORF-Journalist Andreas Pfeifer in erfreulicher Deutlichkeit feststellte – „faktisch falsch“ ist: Seit Beginn der „Mission Sophia“ ist die Zahl der Flüchtlinge deutlich gesunken.

Nur noch peinlich

Den Vertretern anderer Staaten blieb da nur peinlich berührtes Kopfschütteln, zumal Österreich zuerst sogar den Einsatz von Schiffen ablehnte. Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn kommentierte sarkastisch: Man könne ja für die Überwachung im Mittelmeer eine „Radarstation auf dem Großglockner“ errichten.
Der nach Österreichs Veto letzte Woche beschlossene EU-Kompromiss schaut jetzt so aus, dass nur die Waffenlieferungen nach Libyen überwacht werden dürfen. Wenn auf dem Meer Flüchtlinge gesichtet werden, muss die Aktion abgebrochen werden. Außenminister Alexander Schallenberg wird im ORF so zitiert: Es darf keine humanitäre Rettungsaktion geben.

Scham für Österreichs internationale Positionierung löste auch ein anderes Ereignis aus. Auf der Münchner Sicherheitskonferenz waren sich die Vertretungen anderer Staaten nämlich weitgehend darin einig, dass die „illiberale Demokratie“ in Ungarn, die Entwicklung in den USA oder die Bedrängung des Justizsystems durch die polnische Regierung den Westen unglaubwürdig machen. Kanzler Kurz hingegen stellte sich auf deren Seite.

Falsche Migrationspolitik

Als er dann den kanadischen Premierminister Justin Trudeau für die dessen Einwanderungspolitik lobte, wies dieser das Lob zurecht als „vergiftet“ zurück. Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ schrieb: „Trudeau konnte gar nicht deutlich genug machen, dass Kurz die kanadische Politik falsch darstelle.“ Kanada investiert nämlich massiv in die Ausbildung von Migranten, Österreich hingegen kürzt genau in diesem Bereich.

Unser Umgang mit Migration ist kontraproduktiv. Die UNO kritisierte zuletzt, dass es in Österreich Mängel in der Einbindung der Zivilgesellschaft gibt. Die Deutschförderung für Kinder und Jugendliche in der Schule ist mangelhaft. Es wird an allen Ecken und Enden gespart, was sich später rächt. Nach der Schule haben diese Jugendlichen dann Schwierigkeiten, sich auf eigene Beine zu stellen. Sie fehlen der Wirtschaft und fallen dem Staat zur Last, statt einen Beitrag leisten zu können.

Diese Flüchtlingspolitik im Inland ist dumm. Das Verhalten im Zusammenhang mit der „Mission Sophia“ aber treibt einem sogar die Schamesröte ins Gesicht.

17. Februar 2020

Geht beides? Ziffernnote und Alternative?

17.02.20, 14:29 |Categories: Bildung|Tags: |

Konservative Kritiker der alternativen Leistungsbeurteilung bis hin zum Minister geben sich gerne großzügig und „erlauben“ zusätzlich zur verpflichtenden Ziffernnote in der Volksschule eine alternative Beurteilung. Völlig abgesehen davon, dass ich es für unzumutbar halte, dass Pädagog*innen genötigt werden, doppelte Arbeit zu leisten, habe ich eine interessante Zusendung quasi „aus der Praxis“ bekommen.

Johanna Aschbacher ist Lehrerin an der Volksschule Rankweil-Brederis und hat mir Folgendes geschrieben. Gerne drucke ich es – mit ihrer Erlaubnis – hier ab:

Mein Name ist Johanna Aschbacher und ich bin seit über 25 Jahre im Schuldienst in der Volksschule, heute Primarstufe, tätig. Seit über 15 Jahren arbeite ich an verschiedenen Standorten mit, eine alternative Beurteilung für Kinder bis 10 Jahre zu entwickeln. Von diversen Kompetenzrastern über „Pensenbuch“ und direkte Leistungsvorlage haben wir alles angeschaut, verglichen, ausgewählt und für den jeweiligen Standort adaptiert. Das Thema ist uns Pädagog_inn_en so wichtig, dass wir unsere Modelle immer wieder überarbeitet haben, um die Aussagekraft zu optimieren und Leistung sichtbar zu machen. In unzähligen Stunden ist es uns gelungen, die Eltern von den Vorteilen der alternativen Beurteilungsformen zu überzeugen.

In der Diskussion über Notenzwang bzw. Wiedereinführung der Ziffernnoten ab der zweiten Schulstufe im 2. Semester, vermisse ich ein grundlegendes Argument, nämlich jenes der Unvereinbarkeit der beiden Beurteilungsmodelle. Erlauben Sie mir, dazu Stellung zu beziehen:

Die Ziffernnote ist für mich ein defizitorientiertes Beurteilungsmodell, defizitär gegenüber von 100%. Dabei spielt auch der Zeitpunkt der Lernziel-Erreichung eine große Rolle. Im Jahreszeugnis findet sich ein Mittelwert der Leistungsbeurteilung für das ganze Schuljahr.

Eine alternative Leistungsbeurteilung hingegen schaut auf die positive Entwicklung der Kindes. Sie macht Erfolge sichtbar vom (Schul)Anfang bis zum Zeitpunkt z.B. des KEL- Gesprächs. Es werden auch Lehrstoff-Themen angesprochen, die vom Kind noch nicht ausreichend bearbeitet und geübt wurden und es wird motiviert, sich damit in den nächsten Tagen und Wochen zu befassen. Das Kind wird dabei unterstützt und begleitet, erfolgreich zu arbeiten. Bei der alternativen Leistungsbeurteilung spielt der Zeitpunkt der Lernziel-Erreichung eine untergeordnete bis gar keine Rolle. Am Ende steht ein Ist-Wert, dessen Entwicklung dokumentiert wurde.

Der Zugang zur Leistungsbeurteilung der beiden Systeme ist nicht kompatibel. Das ist der wirkliche Grund, warum Pädagog_inn_en, die die alternative Leistungsbeurteilung bevorzugen und leben, mit dem Notenzwang nichts anfangen können. Ganz sicher geht es dabei nicht um eine Überlastung der Pädagog_inn_en, beide Wege zu beschreiten. Nein, die Wege passen einfach nicht zusammen. Sie sind unvereinbar.

Ich bedanke mich, für Ihre Zeit und freue mich darauf, dass Sie in den einen oder anderen Diskussionen bzw. Kommentaren dieses grundlegende Argument auch öffentlich machen werden.

Anmerkung: Ich habe in den letzten Wochen viele Reaktionen von Lehrkräften aus der Volksschule erhalten, dabei ist durchaus auch die Überlastung wegen der doppelten Beurteilung angesprochen worden. Wichtiger aber ist mir jener Aspekt, den Kollegin Aschbacher hier in der Vordergrund stellt: Ziffernnote und alternative Beurteilung sind nicht kompatibel!

Für die „Grüne Schule“ gilt: „Kein Kind zurücklassen!“
15. Februar 2020

Ziffernnote ja oder nein?

15.02.20, 9:30 |Categories: Bildung|Tags: |

Lassen wir mal alle wissenschaftliche Forschung beiseite. Hier der Bericht eines Großvaters. Walter Fink – pensionierter Kulturchef des ORF – in den „Vorarlberger Nachrichten“:

„Mitten im Streit um die Ziffernnoten an Volksschulen hatte ich ein wunderbares Erlebnis. Meine Enkeltochter, Schülerin in der vierten Montessori-Klasse in der Volksschule Augasse, lud mich ein, an ihrem „Schatzkistentag“ dabei zu sein. Unter diesem Begriff versteht man, dass die Schüler all das, was sie im vergangenen Semester gelernt und geleistet haben, einem von ihnen ausgewählten Kreis präsentieren. Das Ergebnis ist ganz außerordentlich. Da steht ein zehnjähriges Mädchen und redet fast zwei Stunden über ihre Arbeit, erzählt, wie sie was gemacht und wie ihr das auch Freude gemacht hat. So kann man natürlich auch lernen, denke ich mir, ohne Stress und Druck von zu Hause. Denn die Schülerinnen und Schüler der ersten bis vierten Stufe sind in einer Klasse zusammengefasst, die Jüngeren lernen von den Älteren, die Schwächeren von den Besseren. Sie sind den ganzen Tag in der Schule, um vier am Nachmittag kommen sie heim, niemand muss sich darum kümmern, ob die Hausaufgabe gemacht ist. Das alles wird in der Schule erledigt.

In dieser Schatzkiste lag auch eine verbale Beurteilung meiner Enkeltochter. Einmal abgesehen davon, dass sie das Glück hat, eine gute Schülerin zu sein: Was hier auf einer Seite alles angesprochen wurde ist so gut beobachtet, zeigt die Stärken und Schwächen eines Kindes, redet auch über soziales Verhalten, über Entwicklungsmöglichkeiten in verschiedenen Fächern, in Mathematik, Deutsch, musischen Fächern, sportlichen Leistungen. Was ich sagen will: Diese von der Lehrerin großartig formulierte Seite sagt so viel mehr über meine Enkeltochter aus als das offizielle Zeugnis, das eine Woche später folgte, dass mir die Vorteile einer schriftlichen Beurteilung gegenüber einer Ziffernnote geradezu ins Auge sprang.

Zerstört die gute Arbeit

Durch diese Praxis hat sich mir gezeigt, wie weit unsere Schulpolitik von der schulischen Wahrheit entfernt ist. Denn wenn nun gefordert wird, dass ab der dritten Volksschule Ziffernnoten zu geben sind, dann sehen diese Herren Politiker nicht, was sie zerstören. Und in diesem Fall muss man den Bildungspolitikern der ÖVP die Rute ins Fenster stellen. Was sie hier fordern, zerstört die gute Arbeit der Lehrerinnen und Lehrer. Und noch zum Ende: Wenn man sieht, wie viel Druck auf junge Menschen im Halbjahreszeugnis ausgeübt wird, weil davon der Übertritt ins Gymnasium abhängt, dann sieht man die Notwendigkeit einer ganztägigen Schulform bis 14 Jahre. Das würde den Druck von Eltern, Kindern und Lehrern nehmen – und wieder viel Freiraum für Bildung lassen.“

Für die „Grüne Schule“ gilt: „Kein Kind zurücklassen!“