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26. Mai2015

Die Modellregion Gemeinsame Schule und die Folgen!

von |26.05.15, 11:44 |Bildung|0 Kommentare

Gemeinsame Schule VorarlbergVorarlberg wird also mittelfristig die Gemeinsame Schule der 10- bis 14-Jährigen einführen. Zur Klarstellung: Das Land wird nicht prüfen oder ausprobieren, sondern einführen!

Mein Dank geht an die ideologisch Beweglichen in der ÖVP, das sind vor allem Markus Wallner, Bundesparteiobmann Reinhold Mitterlehner und dem Lehrergewerkschafter Paul Kimberger. Sie lehnen das bisherige verbissene Festhalten an der AHS-Langform ab.

Die Arbeit steht aber erst bevor, und es gibt viel zu tun! Die Politik ist jetzt gefordert und nicht nächstes oder übernächstes Jahr. Ansonsten besteht die Gefahr, dass die ExpertInnen und Projektbeteiligten „leere Meter“ machen. Es darf kein Arbeiten im luftleeren, weil gesetzlich nicht definierten Raum geben.

Daher sollten wir Folgendes bedenken: Bevor der Weg beschritten wird, muss das Ziel klar und gesetzlich auch abgesichert sein. Ohne Klarheit darüber, was möglich ist und was nicht, kann kein Reformprozess beginnen. Dafür braucht es im Nationalrat eine 2/3-Mehrheit. Zu ändern sind vor allem folgende gesetzlichen Bestimmungen:

  1. Verfassungsrechtlich festgelegt ist nämlich ein differenziertes Schulsystem der 10- bis 14-Jährigen (Art. 14, Abs 6a B-VG)
  2. Aufnahmebedingungen in AHS-USt (§40 Abs 1 SchOG sowie § 5 SchUG)
  3. Die Frage der Schulerhalter (Bund, Gemeinden)
  4. Das LehrerInnen-Dienstrecht (Bund, Land)

Was wird zudem brauchen ist eine moderne Pädagogik für heterogene Gruppen als Schwerpunktsetzung bei Aus- und Fortbildung:

  • Differenzierung (offene Lehr- und Lernformen, entdeckendes Lernen, kooperative Lernformen, Freiarbeit, Wochenpläne, Stationenlernen …)
  • Kein Kind zurücklassen – weder Kinder mit Lernschwierigkeiten noch Hochbegabte: Individualisierung und Personalisierung
  • Neuordnung der LehrerInnen-Ausbildung unterschiedlich für „Sekundarstufe I“ und „II“

Eines muss gelten: Keine Husch-Pfusch-Aktion, keine Schnellschüsse, aber zügige Vorgangsweise (Gesamtschule: Grüne warnen vor „Husch-Pfusch“)!

Reinhold Mitterlehner hat im ORF Vorarlberg gemeint, die ÖVP sei in Bildungsfragen „offener, als wir das früher waren. Wir haben zwar im Parteiprogramm das Gymnasium noch erwähnt, sind aber auf der anderen Seite offen für neue Entwicklungen“. Der Lehrergewerkschafter Paul Kimberger wird heute im Kurier so zitiert: „Abseits jeder Sozialromantik – die Fakten sprechen gegen die derzeitige Form und für die gemeinsame Schule.“ Und der Wiener SPÖ-Bildungsstadtrat Christian Oxonitsch: „Gehen wir’s jetzt gemeinsam an!“ Die Beispiele Anton-Krieger-Gasse oder die Lernwerkstatt Brigittenau sind ja durchaus Vorzeigeprojekte für ganz Österreich.

Noch nie standen die Chancen so gut, in Österreich eine echte, zukunftsweisende Bildungsreform anzustoßen. Guter Grund also, optimistisch in die Zukunft zu blicken.

Für die „Grüne Schule“ gilt: „Kein Kind zurücklassen!“
22. Mai2015

Bildungsrevolution in Vorarlberg!

von |22.05.15, 10:44 |Bildung|0 Kommentare

Gruene-Schule1Heute ist eine bildungspolitische Bombe geplatzt. Eine unabhängige ExpertInnengruppe hat ihre Schlussfolgerungen aus der bislang umfassendsten Befragung von LehrerInnen, Eltern und SchülerInnen zur Gemeinsamen Schule präsentiert (Schule 10 bis 14 Kurzfassung mit Empfehlungen).
Für das Bundesland Vorarlberg wird mittelfristig landesweit die Einrichtung einer gemeinsamen Schule von der 5. bis zur 8. Schulstufe auf Basis von Individualisierung bzw. Personalisierung und innerer Differenzierung empfohlen. Unabdingbare Voraussetzung für das Gelingen sind Lehrpersonen, die bereit sind, pädagogische Konzepte umzusetzen, die alle Schüler/innen entsprechend ihren Fähigkeiten und Interessen gleichermaßen fördern und auch fordern. Noch vor der Einrichtung einer gemeinsamen Schule sind folgende Voraussetzungen und Rahmenbedingungen zu schaffen:
• Eine Pädagogik der Individualisierung und inneren Differenzierung
• Gemeinsame Ausbildung der Lehrpersonen
• Mehr Schulautonomie
• Zusätzliche Mittel und Personal für Schulen mit besonderen Herausforderungen
• Intensivierung der Elternzusammenarbeit
• Neudefinition der Schulsprengel
• Bedarfsgerechte Finanzierung der Schulen

Das zweijährige, umfassende und breit angelegte Forschungsprojekt „Schule der 10- bis 14-Jährigen“ hat ein deutliches Ergebnis erbracht: Das zweigliedrige System passt nicht mehr zur Schulrealität und soll daher Schritt für Schritt in eine gemeinsame Schule überführt werden. Damit kann im Endausbau die viel zu frühe Trennung der Kinder überwunden und mehr Chancengerechtigkeit und Leistungsfähigkeit erreicht werden. Das bedeutet eine Bildungsrevolution. Österreich muss Vorarlberg werden! Wir Grüne stehen im Nationalrat jedenfalls zur Verfügung, zumal es sich um eine Verfassungsänderung handelt und die Regierung zur Ermöglichung der Modellregion eine 2/3-Mehrheit braucht.

Für die „Grüne Schule“ gilt: „Kein Kind zurücklassen!“
21. Mai2015

Die FPÖ und ihr rechter Rand

von |21.05.15, 13:23 |Geschichte und Rechtsextremismus, Nationalrat|0 Kommentare

Gestern ist es im Nationalrat wieder einmal um die FPÖ und ihren rechten Rand gegangen. Unter anderem habe ich dem Landesparteiobmann Walter Rosenkranz gefragt, warum ihm die Umtrieb des Gloggnitzer Gemeinderats Hraball nicht aufgefallen sind. Der hatte unter anderem gemeint, die EU plane den „Zwangsimport“ von Flüchtlingen, „dieses Menschenmaterial“ sei „für Europa komplett wertlos und problembehaftet“. Schon zuvor war dieser Funktionär aufgefallen, hatte ständig von „Systemmedien“ geschrieben, vor „Volkszersetzung“ gewarnt, Begriffe wie „Volksverrat“, „Kulturunterwanderung“, „US-Umerziehungspropaganda“  unter anderes verwendet. Der EU Parlamentsvorsitzende ist für ihn ein „Europaverräter“ und „US-Kollaborateur“.

Und was meinte Walter Rosenkranz? „Ja, ich schau mir das gar nicht an. Ich schau mir sowas gar nicht an.“

Sollte er vielleicht!