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17. Februar 2017

Erfolgsgeschichte: als Alireza in Traiskirchen, als Julian im Gymnasium (Gastbeitrag)

17.02.17, 15:36 |Categories: Bildung, Integration|Tags: |

Alireza, ein unbegleiteter minderjähriger Flüchtling aus Afghanistan, ist seit 16 Monaten in Österreich. Seit zwölf Monaten lernt er Deutsch. In seinem allerersten österreichischen Schulzeugnis sind nur Einser, Zweier und Dreier.

 Es waren die unhaltbaren Zustände im Flüchtlingslager, die im vorletzten Sommer Freunde von mir dazu veranlassten, in Privatinitiative Medikamente, Kleidung, Nahrungs- und Hygienemittel nach Traiskirchen zu bringen. Dabei lernte Cathy Alireza kennen. Sie nahm ihn mit in ihre StudentInnenwohnung nach Wien und kümmerte sich nach einem Facebook-Aufruf mit Bekannten und FreundInnen um ihn.

Genauso schlecht wie sich die Bundesregierung um die Versorgung der Flüchtenden kümmerte, kümmerte sie sich um deren Beschulung. Alireza bekam vom Samariterbund einen Deutschkurs finanziert. Cathy ersuchte mich darum, sie auf der Suche nach einem geeigneten Platz für das jetzt laufende Schuljahr zu unterstützen. Ich bat meinen Direktor, Julian bei uns an der Anton-Krieger-Gasse aufzunehmen, und wenige Tage später saß er vor mir in einer Vorbereitungsklasse zur Oberstufe.

Aus Alireza wurde Julian

Alireza wollte dann nur noch Julian genannt werden. Er hatte gesehen, was die Ideologisierung des Islams anrichtet, und wollte mit seinem Namen nicht damit in Verbindung gebracht werden.

Es war für mich eine große Erleichterung, seine schulischen Erfolge mitverfolgen zu können. Julians technisches Talent ist bestechend und seine Fortschritte im Spracherwerb – eingebettet in einem wohlwollenden pädagogischen Umfeld – sind beispielhaft. Nicht nur, dass er in allen Fächern zu Semesterende beurteilt werden konnte, in seinem Zeugnis finden sich weder Vierer noch Fünfer.

Ich darf ihn noch ein Semester als Lehrer begleiten, denn sein nächstes Ziel ist der Besuch einer HTL. Julians schulische Erfolge erfüllen mich mit Freude und auch mit Stolz für ihn, den ich so in meiner bisherigen professionellen Laufbahn noch nie kennenlernt hatte.

Ja, und ich bin mir sicher, dass es sehr viele Alirezas/Julians gibt. Ihre Geschichten sind noch zu erzählen.

Johannes Stöckler

Johannes Stöckler unterrichtet an einer Wiener AHS, ist Klubobmann der Grünen Hietzing und Fraktionsführer der Grünen im Wiener Stadtschulrat.

10. März 2016

Gemeinsame Schule: Südtirol macht es vor!

10.03.16, 16:38 |Categories: Bildung|Tags: , , , |

WelsbergWarum in die Ferne schweifen? Das Gute liegt so nah. Das haben wir Grüne BildungspolitikerInnen gedacht uns gedacht und sind dorthin gefahren, wo viele unserer Ideen schon umgesetzt sind.  Zum Beispiel nach Südtirol, wo wir viele Gespräche mit PolitikerInnen und PädagogInnen führen konnten.

In Welsberg im Pustertal haben wir die Grundschule und die Mittelschule besucht. Die Lehrkräfte sind sensibilisiert, im Unterricht wird auf individualisierende und differenzierende Maßnahmen gesetzt: Eine besondere Begabung ist ein Weg, den man übersehen und verpassen – oder aber erkennen und gehen kann: „Nicht für alle das Gleiche, sondern für jeden das Passende.“

Bemerkenswert: Unsere Fragen zur Gemeinsamen Schule oder das Thema Inklusion wurden teilweise gar nicht richtig verstanden – so selbstverständlich und außer Streit sind sie in Südtirol. Die Gemeinsame Schule gibt es seit 1962, ab 1977 wurden in Italien geschlossenen Anstalten und Sonderklassen aufgelöst und ein integratives Schulsystem eingeführt. Für besonders schwierige Fälle mit hohem Pflegeaufwand bekommen die Schulen die nötige Unterstützung, bis – wie in Welsberg – zur Einrichtung einer eigenen Pflegestation an der Schule für einen Schüler mit besonders schweren Beeinträchtigungen.

Für uns angesichts der bevorstehenden Verhandlungen zum Schulreformpaket besonders interessant: Im Jahr 2000 wurde das Schulautonomiegesetz beschlossen – und das leitete eine radikale Wende in der Südtiroler Schulpolitik ein. Schulen haben umfassende Autonomie bei Stundenplanerstellung, Gestaltung des Tagesablaufes, Einsatz der Lehrkräfte, Gruppengrößen und Verwendung freier Mittel, aber sie haben keine Personalautonomie. Lehrkräfte sind in den Schulsprengeln angestellt.

Und die Ergebnisse? Bei einem OECD-Durchschnittswert von 496 Punkten in der Lesekompetenz erreichte Österreich 470 Punkte, das Bundesland Tirol 463 Punkte, Italien 486 und Südtirol 490 Punkte (PISA-Studie 2009).

Dramatisch sind die Unterschiede hinsichtlich der Risikogruppen, das sind jene SchülerInnen, die am Ende der Pflichtschulzeit nicht sinnerfassend lesen können: Deren Anteil lag in Südtirol mit 18% deutlich unter dem Tiroler Wert von 31%. Die deutschen Schulen in Südtirol liegen mit 15,9% noch besser, die italienischen Schulen verzeichnen 26,6%. Auch bei den SpitzenschülerInnen weist Südtirol deutlich bessere Ergebnisse auf als beispielsweise Nordtirol oder Vorarlberg.

Das Foto wurde am Eingang zu einer Grundschulklasse gemacht und zeigt, welche Aufgaben jedes Kind an diesem Tag für die Gemeinschaft zu erfüllen hat.

Für die „Grüne Schule“ gilt: „Kein Kind zurücklassen!“
20. Januar 2016

Flüchtlinge: Kühler Kopf statt Obergrenzengefasel!

20.01.16, 14:25 |Categories: Gesellschaft, Integration, Menschenrechte|Tags: , , |

obergrenzen„Unser komfortables Leben“ können wir mit Grenzschließungen „auf Dauer gewiss nicht sichern.“ Das sagt nicht irgendein realitätsfremder „Gutmensch“, das steht in „Die Welt“, dem Zentralorgan der deutschen Konservativen („Geschlossene Grenzen bringen gar nichts!“): „Das Mittelmeer würde zu einem riesigen Friedhof, Griechenland wäre bald schon ein failing state und Italien schnell wieder instabil.“

Das ist eine schlichte Vorausschau auf künftige Szenarien. Auch in Österreich driftet die öffentliche Meinung zunehmend nach Rechts ab. Unsere Regierung faselt von Obergrenzen, Außen- und Integrationsminister Sebastian Kurz will Mauern an der EU-Außengrenze und meint nonchalant, dies werde „nicht ohne hässliche Bilder gehen“. Aber wer von „Flüchtlingsobergrenzen“ spricht, muss auch klar aussprechen, wie diese zu erreichen sind: Grenzen dicht? Millitär- und Polizeieinheiten mit Schießbefehl? Leichenberge rund um Europa?

Nein: Es geht nicht um hässliche Bilder, es geht um Menschen, die vor und an den Grenzen sterben werden, deren Tod wir in Kauf nehmen, um gleichzeitig ein System aufrecht zu erhalten, das Flucht geradezu provoziert. Vorgestern kamen die Zahlen einer Ungleichheitsstudie zur Vermögensverteilung. Egal, ob diese Zahlen nun im Detail richtig sind oder nicht: Tatsache ist, dass ökonomische Ungleichheit zunimmt. Das ist auch bei uns spürbar und löst – zu Recht – Ängste aus.

Eine Staatengemeinschaft, die nicht einmal willens ist, das notwendige Geld aufzubringen, um das Überleben in den Flüchtlingslagern rund um Syrien zu garantieren und gleichzeitig unglaubliche Summen in den Aufbau von Abschottungs- und Überwachungsstrukturen investiert, hat ein riesiges Glaubwürdigkeitsproblem, wenn sie zugleich von Werten spricht, die Neuankommende bei uns zu respektieren hätten. Bis zur EU-Außengrenze werden jegliche moralische Werte, die da die simple Einhaltung von Menschenrechten bedeuten, außer Kraft gesetzt, innerhalb der Grenzen werden sie zum Maßstab für ein Bleiberecht hochstilisiert. Das kann nur scheitern. Die Rechnung werden nicht nur jene bezahlen, die es nicht bis in die EU schaffen, sondern auch wir.  Das Auseinanderdriften der Gesellschaft, die zunehmende Radikalisierung mit Terror dies- und jenseits der Grenzen, die Etablierung autoritärer Systeme wie wir sie bereits in Ungarn und Polen sehen, sind ein hoher Preis, der zu leisten sein wird.

Die herbeigesehnten einfachen Lösungen gibt es nicht. Aber: „Wer das Flüchtlingsproblem nicht als ein europäisches sieht, belügt sein Publikum“, schreibt „Die Welt“: „Und will nicht zur Kenntnis nehmen, dass dieser Kontinent, der nach so vielen Glaubenskriegen und Schrecken zu einer gelungenen politischen Form gefunden hat, gerade wegen seiner erwiesenen Fähigkeit, Regeln zu etablieren und dabei Vielfalt zu bewahren, dafür prädestiniert ist, Einwanderer zu verkraften.“ Wir brauchen PolitikerInnen, die kühlen Kopf bewahren und ihre Politik nicht nach den Regeln der politischen Hetzer und der Stammtische ausrichten. Hoffen wir, dass diese sich durchsetzen werden.