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9. August 2017

Rudolf Taschner – was kommt denn da auf uns zu?

09.08.17, 16:44 |Categories: Bildung, Parteien|Tags: , |

Ist jemand glaubwürdig, der als Journalist etwas schreibt, was er als Politiker dann ablehnt? Rudolf Taschner macht genau das. Doch der Reihe nach.

Seit gestern ist Rudolf Taschner designierter ÖVP-Bildungs- und Wissenschaftssprecher. Ich nehme mal an, sein publizistisches Eintreten für die „g’sunde Watschn“ in der „Presse“ ÖVP-Chef Sebastian Kurz nicht bekannt war. Dort hat Taschner gemeint, dass so eine Ohrfeige als „Gewitter“ etwas sein könne wie ein „kurzer, reinigender Schmerz“. Er ist mit dieser Meinung in prominenter Gesellschaft. Felix Baumgartner oder Uwe Scheuch bekennen sich öffentlich ebenfalls dazu.

Ich habe das scharf kritisiert. Im heutigen „Standard“ meint Taschner auf die Frage, ob er noch dazu stehe: „Das ist selbstverständlich unmöglich. Das schreibe ich heute nicht mehr. Ich bin kein Journalist, ich bin jetzt auf der anderen Seite.“

Ah so? Keine prinzipielle Ablehnung, sondern nur „unmöglich“, weil er jetzt Politiker ist? Taschner hat massiven bildungspolitischen Erklärungsbedarf.

Denn die Verharmlosung von Gewalt gegen Kinder ist nicht zu dulden. Der verstorbene Wiener Kinderarzt Hans Czermak hat das so formuliert: „Die g’sunde Watschen macht krank.“ Die knapp 30 Österreichischen Kinderschutzzentren mit ihren etwa 200 MitarbeiterInnen können ein (Klage-)Lied davon singen. Sie betreuen jährlich in ca. 65.000 Beratungs- und Therapiestunden über 12.000 minderjährige Gewalt- und Missbrauchsopfer und deren Bezugspersonen.

Ein Bildungspolitiker, der Gewalt als probates pädagogisches Mittel bezeichnet, ist inakzeptabel. Wer ein Kind schlägt, beweist, dass er sich nicht im Griff hat. Taschner ist gefordert.

Ob sich Taschner im Griff hat? Inhaltlich wohl kaum. Der Klimawandel ist für ihn ein „Scheinproblem“, er spricht vom „Klimawandelwahn“. Das Pensionsantrittsalter zu früh: „Die stabile Finanzierung der Pensionen wird nur dann gelingen, wenn das Antrittsalter deutlich angehoben wird. Deutlich bedeutet: auf 70 Jahre.“

Sein pädagogisches Verständnis kennen wir ja schon zum Teil. Sie wollen mehr wissen? Bitte: „Ein Lehrer soll den Kindern Karrierechancen geben und die Gschrappen wollen das vielleicht gar nicht, weil sie noch nicht den Weitblick besitzen. Wenn ich eine Minute in der Stunde loslasse, habe ich in der Klasse eine Katastrophe. Der Lehrer muss die Zügeln (sic!) 50 Minuten lang fest halten.“

Beim Integrationsthema könnte es Übereinstimmung mit seinem Mentor Sebastian Kurz geben: „Wenn Kanzlerin Merkel sagt, der Islam gehört zu Deutschland, ist das verrückt.“

Ich bin gespannt, was da in Zukunft noch für Thesen vertreten werden.

17. Juli 2017

Bei den Kindergärten ist Feuer am Dach!

17.07.17, 16:33 |Categories: Bildung, Integration|Tags: , |

Was wurde für den elementarpädagogischen Bereich nicht alles versprochen im „Regierungsübereinkommen 2013-2018“: ein bundesweiter Qualitätsrahmen sollte bis 2016 vorgelegt werden, das zweite kostenlose Kindergartenjahr sollte eingeführt werden und die Prüfung der Geldströme vom Bund zu Ländern und Gemeinden im Rahmen des Finanzausgleichs. Nichts von alledem wurde verwirklicht. Dass die Regierung auch in anderen Bereichen versagt hat, ist da wenig tröstlich.

Doch jetzt wird die Situation langsam dramatisch: Es ist Feuer am Dach! Denn ab Ende dieses Jahres bis Sommer 2018 laufen gleich drei die Bund-Länder-Vereinbarungen für eine zusätzliche Dotierung der Elementarpädagogik aus. Ländern und Gemeinden fehlen dann 575 Millionen Euro: 305 Millionen für den Ausbau, 60 Millionen für Sprachförderung und 210 Millionen für das Gratis-Kindergartenjahr.

Ich habe heute im Rahmen einer Pressekonferenz auf diese Gefahr hingewiesen.
Von dringend notwendigen Maßnahmen wie dem – im Regierungsvortrag vom November 2015 – ebenfalls versprochenen bundesweiten Qualitätsrahmen für Elementarpädagogik, einer Verbesserung der Ausbildung der KindergartenpädagogInnen wie bei LehrerInen zumindest auf einer Pädagogischen Hochschule oder einem Rechtsanspruch auf Krippenplatz ab erstem Geburtstag erst gar nicht zu sprechen.

Da geht es um Öffnungszeiten der Kindergärten ebenso wie um die – insbesondere in den westlichen Bundesländern – vielen Schließtage, da geht es um den Betreuungsschlüssel von Kindern pro PädagogIn, da geht es um ein warmes Mittagessen usw.

Und ja: Ich drücke mich auch nicht vor der alles überlagernden Diskussion über die sogenannten „islamischen Kindergärten“. Sebastian Kurz hat das zu einem parteipolitischen Kampfthema gemacht, statt seinen eigentlichen Job zu erledigen: die Evaluierung der Sprachförderung. Dieses Thema wird unverständlicherweise (auch medial) vernachlässigt. Seit 2009 fehlt in Österreich eine Evaluierung der Sprachförderung, obwohl der dafür zuständige Integrationsminister ständig mangelnde Sprachkenntnisse der Kinder bei Schuleintritt beklagt. Aber er tut nichts dafür, die Qualität der Sprachförderung zu überprüfen, denn da liegt einiges im Argen.
Dass in Österreich ein Konzept für die Sprachförderung von den Kindergärten bis in die Schulen fehlt, sei hier nur am Rande erwähnt. Ich habe mehrfach darauf hingewiesen und auch Vorschläge gemacht: „So lernen alle Kinder Deutsch: unser Modell zur Sprachförderung!

Ein Wort zu den offenkundigen Problemen in den „islamischen“ Kindergärten in Wien. Hier muss gehandelt werden. Neben den zu verstärkenden Kontrollen durch fachkundige Personen ist für eine bessere Durchmischung (nach Herkunftssprachen) zu sorgen. Zwang wird nicht die Lösung sein, schon gar nicht die Verfrachtung von Kindern quer durch die Ortschaften. Bei mehreren nahegelegenen Einrichtungen ist jedoch auf eine bessere Verteilung zu achten. Zusätzlich werden Anreizssysteme – wie eine optimale Ausstattung von Kindergärten in Brennpunktlagen – dazu führen, dass jene Bedingungen eher gewährleistet sind, unter denen Kinder am besten lernen, nämlich voneinander.

7. Juli 2017

Beschluss der Bildungsreform im Nationalrat

07.07.17, 19:04 |Categories: Bildung, Nationalrat|Tags: , |

Am 28. Juni war es so weit, und die Bildungsreform (Autonomiepaket) passierte den Nationalrat mit Stimmen von SPÖ, ÖVP und Grünen. Warum wir zugestimmt haben, was die Modellregionen „Gemeinsame Schule“ bedeuten, habe ich in meiner Rede erklärt.