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1. Dezember 2016

Für ein weltoffenes Österreich: Alexander Van der Bellen

01.12.16, 17:30 |Categories: Wahlkampf|Tags: , , , |

Dornbirn 31.3.2016, Eroeffnung 3. SCHAU! Messe Ausstellung, In Dornbirn ist die dritte Fruehlingsausstellung Schau!, die ehemalige Fruehjahrsmesse, eroeffnet worden. Zum Auftakt stand eine Podiumsdiskussion ueber Chancen und Risiken der Fluechtlingsbewegung auf dem Programm. Die Podiumsteilnehmer waren sich grundsätzlich einig: Neue Menschen, die nach Vorarlberg kommen, bringen auch neue Chancen fuer Gesellschaft und Wirtschaft. Der Praesident der Industriellenvereinigung, Martin Ohneberg, sagte, dass die Asylwerber so schnell wie moeglich auf den Arbeitsmarkt kommen sollten. Davon würden alle profitieren. Auf der anderen Seite muessten die Asylwerber natuerlich auch die hiesigen Grundwerte akzeptieren, so Ohneberg. Bei der Schau! praesentieren sich zu den Schwerpunkten Garten, Mode, Wohnen und Genuss heuer rund 450 Aussteller. Auf 52.000 m² Ausstellungsflaeche zeigen sie ihre Produkte und Dienstleistungen. Es gibt Show-und Kochbühnen, Livemusik und Infostationen. 2016 ist das bundesweite „Jahr der Jugendarbeit – deswegen gibt es auf der Schau! zudem die Junge Halle. Hier setzen sich die Aussteller mit dem Thema Menschen auf der Flucht auseinander“.

Alexander van der Bellen testet auf der Dornbirner Messe den Vorarlberger Bergkäse – und kauft auch gleich ein.

Österreich hat eine Riesenchance: Der Siegeszug der Rechtspopulisten und -extremisten kann nach dem Brexit und der Trump-Wahl gestoppt werden.

Die Wahl von Alexander Van der Bellen wäre ein wichtiges Signal nicht nur für Frankreich und Deutschland, wo nächstes Jahr gewählt wird, sondern für die ganze westliche Welt. Die von FPÖ, Front National oder AfD ebenso wie von Orbán und Kaczyński getragene politische, soziale und kulturelle Gegenreformation hingegen ist europafeindlich und baut auf nationale Ressentiments. Was Europa benötigt, ist eine solidarische Politik, die Menschen zusammenführt – für die Schwachen,  Minderheiten und Benachteiligten.

Allein das, was in der allerletzten Zeit im freiheitlichen Umfeld wieder passiert ist, disqualifiziert einen Kandidaten, der sich davon nicht distanziert:

  • Der oberösterreichische FPÖ-Obmann und Landeshauptmannstellvertreter Manfred Haimbuchner hat ganz offiziell und ohne jegliche Scham den SS-Brigadeführer und Träger des Goldenen Parteiabzeichens der NSDAP Anton Reinthaller, geehrt. Einen Mann, der 1950 wegen Hochverrats zu drei Jahren Kerker verurteilt worden ist. Die Proteste dagegen fruchteten nicht. Haimbuchners Regierungskollege Podgorschek posierte zuvor an Reinthallers Grab und ließ uns das via Facebook wissen.
  • Die Freiheitlichen Arbeitnehmer ließen – ebenfalls in Oberösterreich – online darüber abstimmen, ob muslimische Beschäftigte weiterhin ein Weihnachtsgeld bekommen sollen.
  • Die Freiheitlichen Radenthein nannten den Videoclip der Holocaust-Überlebenden Gertrude das „übelste Hetzvideo, jemals in diesem Land von einer Partei produziert wurde“.

Österreich hat am Sonntag die Wahl: Mit Alexander Van der Bellen für ein weltoffenes Land, eine offene Gesellschaft, für Besonnenheit an der Spitze unseres Landes und für eine konsequente Abgrenzung von menschenverachtenden Ideologien oder für den stellvertretenden FPÖ-Obmann Norbert Gerwald Hofer.

1. November 2016

Singen für Sascha: Vandabellawähla!

01.11.16, 16:59 |Categories: Wahlkampf|Tags: , |

So läuft das in Vorarlberg: „Wir singen für Sascha. Wählen musst Du ihn selbst. Mehr denn je.“

Vandabellawähla – so lautet der Tipp der KünstlerInnen und für Nicht-VorarlbergerInnen die Aufforderung: „Geh wählen. Den Richtigen! Egal wie oft! (Bis es auch die FPÖ akzeptiert.)“

Die Idee wurde bei einer Bahnfahrt geboren. Zu den Klängen des „Wälderbähnle“-Liedes zieht die fröhliche Truppe durch die Landschaft im wunderschönen Bregenzerwald. Und hier der Text:

Vandabella wähla , Vandabella wähla , wil uf dea Ma ka ma zähla.
Refrain:
O, so samma, jo, so samma, ist das Wählen doch so schön!
O, so samma, jo, so samma, ist das Wählen schön!

Fahr‘ ma no a Ränkle, fahr‘ ma no a Ränkle, dänn haut’s dia Reachta bald vom Bänkle!
A Gfrett isch’s mit da Reachta! A Gfrett isch’s mit da Reachta! Imma wend se d’ Wahl afeachta!
Gnod no a Zigretta, gnod no a Zigretta , und jetzt mit Volldampf ’s Land ga retta!

 

Und Kaunertalerisch:

Dei mȃl pȃck mȃrs sichar, dei mȃl pȃck mȃrs sichar, ind Hofbuarg muass dr Sascha icha.

20. September 2016

Will Norbert Hofer mit „dem Faustkeil in die Hofburg“?

20.09.16, 22:55 |Categories: Geschichte und Rechtsextremismus|Tags: , |

FPOe_LKWahlenWie tickt Norbert Hofer eigentlich? Als Vertreter von „unsinnigsten Verschwörungstheorien“ ist er ja inzwischen bekannt – Stichworte „Chemtrails“ oder „Aluhut“ („Die Aluhut-Politik der FPÖ“). Auch seine deutschnationale Einstellung ist zur Genüge thematisiert worden („Bürgerliche Wähler und Norbert Hofer“).

Wem das Lachen noch nicht vergangen ist: Es ist – wie so oft – alles noch viel schlimmer. Schauen wir uns das publizistische Schaffen von Norbert Gerwald Hofer an. Er hat ja nicht nur das inzwischen berüchtigte „Handbuch freiheitlicher Politik“ herausgegeben, sondern fungierte auch als Herausgeber für Machwerke anderer Autoren. Beispiel gefällig?

Das „Lower Class Magazine“ – Selbstbezeichnung „low budget underground journalism aus Berlin, Wien und dem Rest der Welt“ – hat eine interessante Analyse veröffentlicht: „Mit dem Faustkeil in die Hofburg?“ Es geht um ein vor drei Jahren von Norbert Hofer herausgegebenes Buch des FPÖ-Bezirksrats Michael Howanietz aus Wien-Brigittenau inklusive Vorworten von Hofer und Strache. Dieser veröffentlicht regelmäßig in rechtsextremen Publikationen. Nun beim Freiheitlichen Parlamentsklub: „Für ein freies Österreich. Souveränität als Zukunftsmodell“

Hier nur einige kurze Beispiele aus der Gedankenwelt der blaunen Herrschaften:

  • Für den FPÖ-Bezirksrat „funktioniert“ der Mensch „in seinem innersten Schaltplan immer noch nach Steinzeitprägung“. Seine Schlussfolgerung: „Archaisch siegt!“ Er rät daher zur Rückkehr in eine ländlich-wehrbäuerliche Lebensweise in Kleinverbänden: „Das Stadtleben befördert die Entmenschung.“
  • „Grundfalsch und verstandesfern ist der gutmenschliche Ansatz, afrikanische Drogendealer, die unsere Kinder hierzulande in Sucht und Unglück treiben, als Kompensation für die Verbrechen westlicher Firmen in Afrika zu sehen.“ Norbert Hofer gefällt das.
  • Demokratie sei nur ein „geeigneter Rahmen für kleine Einheiten“, daher arbeitet er an einem Gegenmodell zum „europäischem Einheitsstaat“, deshalb zitiert Howanietz einen Risikoforscher: „Kleine Einheiten, die sich im Wettbewerb gegenseitig stressten, wären überlebensfähiger“
  • FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache schreibt im Vorwort, das Buch skizziere die Probleme, „vor denen wir heute stehen“, die Österreich an der Verwirklichung der FPÖ-Ziele hinderten, es illustriere Wege aus dem „Korsett“.
  • Auch Herausgeber Norbert Hofer schrieb natürlich ein Vorwort. Beim Lesen erkenne man, dass die „Politik in unserem Land die falschen Fragen gestellt hat“, es sei aber „nicht zu spät die richtigen Weichenstellungen vorzunehmen“.

Das von Norbert Hofer herausgegebene Buch erlaubt besorgniserregende Einblicke in die einigermaßen bizarre Gedankenwelt „freiheitlicher“ Ideologen. „Gedanken“welt? Na ja.

Und nein: Das Bild ist keine bösartige Satire. Es ist FPÖ-Wahlwerbung pur, die ich vor Jahren einmal für einen Beitrag verwendet habe („Reinrassig & Echt“ – blauer Stumpfsinn!).